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Sprüche über Vernunft

264 Sprüche — Seite 4

Was ordnet, abwägt und vor übereilten Entscheidungen schützt, wird mit der Vernunft verbunden. Sie gibt dem Denken Form, prüft Möglichkeiten und bewahrt davor, bloß dem ersten Impuls zu folgen. Darum gehört dieses Thema zu den tragenden Kräften eines verantwortlichen und klaren Lebens.

Ihr eigentlicher Wert zeigt sich dort, wo Gefühl und Einsicht nicht gegeneinander ausgespielt, sondern ins rechte Verhältnis gebracht werden. Vernunft ist nicht Kälte, sondern die Fähigkeit, das Wesentliche zu erkennen und ihm besonnen zu entsprechen.

  1. Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in Stürmen der Gegenwart

    Jean Paul

  2. Es gibt viele Dinge, die nicht vernünftig und doch ganz natürlich sind.

    George Bernard Shaw

  3. Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  4. Gleich wichtig ist es, sich bei der Freude wie beim Schmerz zu mäßigen.

    Seneca

  5. Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen zu lassen.

    Robert Musil

  6. Jugend ist beständige Trunkenheit: sie ist das Fieber der Vernunft.

    François de la Rochefoucauld

  7. Lieber zehn Schritte zu weit, als einen Schritt in die Gefahr gegangen.

  8. Vergleichen und ertragen ist besser als Zank und Klagen.

  9. Eine Vernunftehe schließen heißt in den meisten Fällen, alle seine Vernunft zusammenzunehmen, um die wahnsinnigste Handlung zu begehen, die ein Mensch begehen kann.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  10. Es gibt kein Land, wo das Gesetz alles voraussehen kann und die ständigen Einrichtungen der Vernunft und Sitte zu ersetzen in der Lage sind.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  11. Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.

    Michel de Montaigne

  12. Lieben und vernünftig sein ist kaum einem Gotte möglich.

  13. Wer die Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.

  14. Das Wissen hängt vom Studium ab, durch Taten kommt man zur Vernunft, Wohlstand erreicht man durch Fleiß, der Erfolg jedoch hängt ab vom Schicksal.

  15. Soll man ein Huhn mit einem Messer schlachten, das für einen Ochsen bereit liegt?

  16. Wer sich dem Notwendigsten widmet, geht überall am sichersten zum Ziel.

    Johann Wolfgang von Goethe

  17. Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild.

    John Milton

  18. Der Zweck des Erdenlebens der Menschheit ist der, dass sie in demselben alle ihre Verhältnisse mit Freiheit nach der Vernunft einrichten.

    Johann Gottlieb Fichte

  19. Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken, vernutzen und verbrauchen die Welt.

    Friedrich Georg Jünger

  20. Den Tugenden benachbart sind die Laster.

    Hieronymus

  21. Die Vernunft besteht aus Wahrheiten, die man sagen, und aus solchen, die man verschweigen muss.

    Antoine de Rivarol

  22. Die letzte Schlußfolgerung der Vernunft ist, dass sie einsieht, dass es eine Unzahl von Dingen gibt, die ihr Fassungsvermögen übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht zu dieser Einsicht gelang …

    Blaise Pascal

  23. Es ist unmöglich, jemandem ein Ärgernis zu geben, wenn er es nicht nehmen will.

    Friedrich von Schlegel

  24. Kraft und Wohlgestalt sind Vorzüge der Jugend, der des Alters aber ist die Blüte der Besonnenheit.

    Demokrit

  25. Das Geheimnis der kleinsten natürlichen Freuden geht über die Vernunft hinaus.

    Marquis de Vauvenargues

  26. Mittleren Menschen mag man den Mut loben, edlen die Besonnenheit.

    Walter Rathenau

  27. Das hat die Freude mir dem Schmerz gemein, dass sie die Menschen der Vernunft beraubt.

    August von Platen

  28. Vernunft und Gefühl sind die Sonne und der Mond am moralischen Firnament. Immer nur in der heißen Sonne würden wir verbrennen; immer nur im kühlen Mond würden wir erstarren.

    Friedrich Maximilian von Klinger

  29. Mit bloßen Reizen, leiblichen oder geistigen, in der Ehe zu fesseln hoffen, ohne das Herz und ohne die Vernunft, welche allein anknüpfen und festhalten, heißt, eine Blumenkette oder einen Blumenkranz …

    Jean Paul

  30. Um zu handeln, muss man toll sein. Ein einigermaßen vernünftiger Mensch begnügt sich mit dem Denken.

    Georges Clemenceau

  31. Ob ein Mann, der schreibt, gut oder schlecht schreibt, ist gleich ausgemacht, ob aber einer, der nichts schreibt und stille sitzt, aus Vernunft oder aus Unwissenheit stille sitzt, kann kein Sterbliche …

    Georg Christoph Lichtenberg

  32. Besonnenheit ist die seidene Schnur, die durch die Perlenkette aller Tugenden läuft.

    Thomas Fuller

  33. Die Vernunft ist die höchste Vereinigung des Bewußtseins und des Selbstbewußtseins oder des Wissens von einem Gegenstande und des Wissens von sich.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  34. Die Freiheit ist nicht die Willkür, beliebig zu handeln, sondern die Fähigkeit, vernüftig zu handeln.

    Rudolf Virchow

  35. Die Tyrannei der Vernunft, vielleicht die eifrigste von allen, steht der Welt noch bevor. Feuer und Wasser sind nichts gegen das Übel, welches die Vernunft ohne Gefühl stiften wird.

    Johann Georg Adam Forster

  36. Gesetze sind unabhängig von Vernunft. Vernunft darf angewandt werden, obgleich gesetzlich nicht verlangt.

    Else Pannek

  37. Die Autorität zwingt, aber die Vernunft überzeugt zum Gehorsam.

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  38. Der Gehorsam ist ein erhabener Vorzug, dessen nur die vernünftige Kreatur fähig ist.

    Augustinus

  39. Frei ist, wer der Vernunft gehorcht

    John Milton

  40. Tugend besteht nicht aus der Abwesenheit der Leidenschaften, sondern in deren Kontrolle.

    Joseph Billings

  41. Kontrolliert euren Appetit, ihr Lieben, und ihr habt die menschliche Natur erobert

    Charles John Huffam Dickens

  42. Das Vermögen, welches die Verbindung der Wahrheiten untereinander einsieht, heißt im eigentlichen Sinne die Vernunft.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  43. Die Seele ist das Schiff, Vernunft das Steuer und Wahrheit der Hafen.

  44. Die Vernunft ist ein Licht. Davon will und soll die Natur erleuchtet, jedoch nicht in Brand gesteckt werden.

    Giacomo Leopardi

  45. Wehe, die Welt ist alt, und der Abend für die menschlichen Dinge ist gekommen; und wer jetzt geboren wird, erhält Vernunft und Bewegung zu spät.

    Giacomo Leopardi

  46. Nichts beweist mehr Mangel an Lebensweisheit und Vernunft, als das Verlangen, das ganze Leben solle immer weise und vernunftgemäß sein.

    Giacomo Leopardi

  47. Dass die Vernunft eine Feindin jeder Größe ist, ist eine Erkenntnis, die man nicht wichtig genug nehmen kann.

    Giacomo Leopardi

  48. Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.

    Titus Maccius Plautus

  49. Leidenschaften sind die Pferde am Wagen des Lebens; aber wir fahren nur gut, wenn Fuhrmann Vernunft die Zügel lenkt.

    Karl Julius Weber

  50. Die Leidenschaft ist der Pöbel im Menschen, der einen Aufruhr gegen seine Vernunft herbeiführt.

    William Penn

  51. Vernunft ist Begabung, Dummheit Veranlagung.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  52. Die jungen Leute wissen noch zu wenig, um vernünftig zu handeln. Darum versuchen sie das Unmögliche – und bringen es, Generation auf Generation, immer wieder zuwege

    Pearl S. Buck

  53. In der Einsamkeit müssen wir unsere Gedanken überwachen, in der Familie unsere Launen und in Gesellschaft unsere Zungen.

    Hannah More

  54. Das köstlichste Gut, das ein vernünftiger Mensch besitzt, ist seine freie Zeit

    Carl Friedrich Paul Ernst

  55. Die Vernunft gewährt kein Glück an der Stelle dessen, was sie nimmt.

    Germaine Madame de Stael

  56. Überlasse die Entscheidung nicht der Leidenschaft, sondern dem Verstande!

    Epicharmos

  57. Einer verständigen Frau Tugend heißt: ihrem Gatten nicht weh zu tun.

    Epicharmos

  58. Bedenke in allem, was du tust, vorher Zeit und Ort

    Francois Rabelais

  59. Ein vernünftiger Mensch erholt sich bei einer Arbeit von der anderen.

    Helmuth James Graf von Moltke

  60. Könige krönen ist leicht, doch Könige zügeln ist schwierig

    Solon