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Sprüche über Vergangenheit

257 Sprüche — Seite 4

Nichts, was gelebt wurde, verschwindet ganz spurlos. Die Vergangenheit bleibt in Erinnerungen, Entscheidungen, Verlusten und Prägungen wirksam und begleitet das Gegenwärtige oft stärker, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Deshalb gehört dieses Thema zu den grundlegenden Dimensionen menschlicher Selbstdeutung.

Wer zurückblickt, sucht nicht nur Tatsachen, sondern auch Zusammenhang und Sinn. Vergangenheit kann belasten, trösten oder klären und fordert dazu auf, zwischen Festhalten und Loslassen das rechte Maß zu finden.

  1. Es war ein gut Roß, da wir's hatten.

  2. Die Erinnerung begnügt sich mit Teppichen, aber die Phantasie umgibt sich mit Gobelinbehängen.

    Antoine de Rivarol

  3. Unglückliche Menschen trauern dem großen Glück von gestern nach oder erhoffen es für morgen. Glückliche Menschen finden das kleine Glück heute.

    Rainer Haak

  4. Das Buch enthält die Vergangenheit des Menschen, seine Gegenwart und seine Zukunft.

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  5. Bücher sind eine moderne Gattung historischer Wesen, aber eine höchst bedeutende. Sie sind vielleicht an die Stelle der Traditionen getreten.

    Novalis

  6. Eine ausgewählte Bücherei ist das einzige Parkett, auf dem wir uns mit den größten Geistern der Vergangenheit und Gegenwart zwanglos unterhalten können.

    Novalis

  7. Auch der Teufel war schön, als er jung war.

  8. Gestern, Heute, Morgen - das sind die drei Tage des Menschen

  9. Ich möchte was drum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie seien "für das Vaterland" getan worden.

    Georg Christoph Lichtenberg

  10. Man muß die Zukunft im Sinn haben und die Vergangenheit in den Akten

    Charles de Talleyrand

  11. Der Stand der Schauspieler galt bei den Römern für schimpflich, bei den Griechen für ehrbar. Heute denken wir über sie im Grunde immer noch wie die Römer, verkehren aber mit ihnen wie die Griechen.

    Jean de la Bruyère

  12. Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.

    Friedrich Rückert

  13. Geschichte ist nichts anderes als die Unfallchronik der Menschheit.

    Charles de Talleyrand

  14. Mehr als jemals zuvor sind die Dinge so, wie sie im Moment sind.

    Dwight "Ike" David Eisenhower

  15. Die Schritte der Menschheit sind langsam. Man kann sie nur in Jahrhunderten messen.

    Georg Büchner

  16. Die Visionäre von gestern sind die Realisten von heute

    Helmut Kohl

  17. Der schönste, reichste, beste und wahrste Roman, den ich je gelesen habe, ist die Geschichte

    Jean Paul

  18. Das Volk, welches seine Vergangenheit von sich wirft, entblößt seine feinsten Lebensnerven allen Stürmen der wetterwendischen Zukunft.

    Johann Joseph von Görres

  19. Die Weltgeschichte geht von Osten nach Westen, denn Europa ist schlechthin das Ende der Weltgeschichte, Asien der Anfang.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  20. Auch ist die Gegenwart gar nicht verständlich ohne die Vergangenheit und ohne ein hohes Maß von Bildung.

    Novalis

  21. Mir scheint, dass wir alles erst dann erleben, wenn's schon vorüber ist.

    Alexander von Villers

  22. Wenn's auch nicht wahr wäre, man wird doch immer sagen: die gute alte Zeit.

    Alexander von Villers

  23. Wenn deine Gegenwart makellos ist, so untersucht man deine Vergangenheit.

    Georg Christoph Lichtenberg

  24. Fortschreibung der Vergangenheit gibt noch keine Zukunft

    Willy Brandt

  25. Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks

    Francois René de Chateaubriand

  26. Die griechische Geschichte ist ein Gedicht. Die römische Geschichte ist ein Gemälde. Die derzeitige Geschichte ist eine Chronik

    Francois René de Chateaubriand

  27. Ein wesentlicher Teil des Ruhmes jeder menschlichen Gesellschaft sind die großen Denkmäler

    Francois René de Chateaubriand

  28. Die Zukunft beunruhigt uns - die Vergangenheit hält uns fest. Deshalb entgeht uns die Gegenwart.

    Gustave Flaubert

  29. Das Männliche stammte ursprünglich von der Sonne, das Weibliche von der Erde, das Doppelgeschlecht vom Mond, da auch der Mond an beiden teilhat

    Aristophanes

  30. Kain und Abel bilden so ziemlich den ganzen Inhalt der Weltgeschichte

    Emanuel Wertheimer

  31. Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich

    Rupert Johann Hammerling

  32. Die gute alte Zeit ist die gute alte Zeit, weil man damals jung gewesen ist.

    Else Pannek

  33. Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.

    Else Pannek

  34. Alles hat seine Gültigkeit — alles und immer — Gestern, Heute und Morgen. Und doch muss jeder, muss jede Generation alles neu erleben und durchleiden, erkennen und begreifen.

    Else Pannek

  35. Krieg und Nachkriegszeit haben wir überlebt, weil wir Mütter hatten.

    Else Pannek

  36. Die Erinnerungen früherer Zeiten nehmen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine andere Gestalt und Wirkung für uns an.

    Jean Paul

  37. Ich liebe alles, was alt: Alte Freunde, Zeiten, Bräuche, Bücher und Weine.

    Oliver Goldsmith

  38. Eine Zierde zwar ist das Alter des Geschlechts, aber eigentlich doch nur eine Aufforderung, den Ahnen ähnlich zu werden.

    Ulrich von Hutten

  39. Wenn der Mensch in einem gewissen Alter alle seine Liebesbriefe lesen würde, bliebe es ihm unbegreiflich, wie in ein Wesen von fünf Fuß Höhe eine ganze Bibliothek von Dummheiten geraten konnte.

    Gottlieb Moritz Saphir

  40. Man glaub gewöhnlich, es gibt keine Steigerungsform von tot. Diese gibt es aber doch: ausgestorben

    Martin Kessel

  41. Viel Obst ist ungesund; wir kauen alle dran, was eines Apfels Kost für Leid uns angetan.

    Friedrich von Logau

  42. Kein großer Mensch hinterlässt uns von sich ein verschwommenes Bild, sondern ein scharfes und sehr bestimmtes.

    André Gide

  43. Bücher sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart.

    Heinrich Laube

  44. Ihr werdet es nie begreifen, wie die Geschichte der Väter in unser Leben eingreift zum Heil und Unheil

    Max von Eyth

  45. Lasst die anderen von vergangenen Zeiten schwärmen. Ich bin froh, in diesen Zeiten zu leben!

    Ovid

  46. Die Tage der Vergangenheit überdecken allmählich alle, die auch ihnen noch vorausgegangen sind, und werden ihrerseits wiederum unter denen begraben, welche auf sie folgen.

    Marcel Proust

  47. Jede Zufluchtsstätte der Vergangenheit ist ein Gefängnis.

    Stanislaw Brzozowski

  48. Die Dankbarkeit ist die Tugend der Nachwelt

    Friedrich Vischer

  49. Man behält immer die Spuren seiner Abstammung

    Ernest Renan

  50. Über die Vergangenheit können wir heulen; ändern können wir sie nicht!

    Nikolaus B. Enkelmann

  51. Die Geschichte ist aus den schlechten Handlungen ausserordentlicher Menschen zusammengesetzt

    Thomas Babington Macaulay

  52. Kein Mensch, der über die Vergangenheit genau Bescheid weiß, wird die Gegenwart düster oder verzagt sehen.

    Thomas Babington Macaulay

  53. Zukunft ist etwas, was die meisten erst lieben, wenn es Vergangenheit geworden ist.

    Herman Melville

  54. Wenn wir nur verstünden, dass die Grundauffassungen unserer Vorfahren den Gerichtshof für unser Leben bilden!

    Maurice Barrès

  55. Selbst Kleider aus guten Perioden des Lebens sollten nicht verwahrt werden, denn man soll in altes Glück nicht zurück kriechen. Es ist somit Kraftvergeudung, alte Kleider zu tragen, sich mit seinen ei …

    Prentice Mulford

  56. Täglich mit frischen Augen die Dinge betrachten lernen, täglich die Pläne, Ansichten und Ziele des gestrigen Tages überflügeln.

    Prentice Mulford

  57. Wer sich hermetisch in gegenwärtiges oder vergangenes Glück einschließt, wird auch an ihm alt und grau.

    Prentice Mulford

  58. Keine Wunde ist in mir so vernarbt, dass ich sie ganz vergessen könnte

    Francesco Petrarca

  59. Man kann sich Vergangenes oder Zukünftiges wünschen; aber man muss das Gegenwärtige nutzen.

    Francesco Petrarca

  60. Nur allzuoft ist eine unglückliche Kindheit die Einleitung und das Anzeichen einer verderblichen, frühzeitigen Reife.

    Alexandre Vinet