Sprüche über Sehnsucht
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Was fehlt und dennoch nicht verstummt, spricht oft in der Sprache der Sehnsucht. Sie richtet sich auf Nähe, Glück, Ferne, Heimat oder Sinn und macht spürbar, dass der Mensch selten ganz in dem aufgeht, was er bereits besitzt. Darum gehört dieses Thema zu den zartesten und tiefsten inneren Bewegungen.
Ihre Kraft liegt darin, dass sie zugleich schmerzen und beleben kann. Sehnsucht hält Möglichkeiten offen, verleiht dem Leben Richtung und zeigt, wie sehr das Herz oft über das unmittelbar Gegebene hinausreicht.
Sehnsüchtig grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte.
Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst.
— Johann Wolfgang von Goethe
Und wer, wie der Zugvogel, Rettung sucht durch Wechsel des Ortes, der findet sie nicht, denn für ihn ist die Welt überall gleich.
— Anton Tschechow
Jeder Mensch kommt mit einer sehr großen Sehnsucht nach Herrschaft, Reichtum und Vergnügen sowie einem starken Hang zum Nichtstun auf die Welt.
— Voltaire
Die Einsamkeit macht uns härter gegen uns und sehnsüchtiger gegen die Menschen, in beidem verbessert sie den Charakter
— Friedrich Nietzsche
Auf Flügeln des Gesanges Herzliebchen, trag ich dich fort, fort nach den Fluren des Ganges, dort weiß ich den schönsten Ort. Dort wollen wir niedersinken unter dem Palmenbaum, und Liebe und Ruhe …
— Christian Johann Heinrich Heine
Das Heimweh hört doch nie auf
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
— Friedrich von Schlegel
Mein Herz ruht nicht, weil deine Liebe es mit solcher Sehnsucht entflammt hat, dass es nur in dir ruhen kann.
— Nikolaus von Kues
Nirgends rauschen die Laubwälder süßer und erquickender als am kahlen Strand, wo keine sind.
— Arthur Schnitzler
Nur ausgesprochene Wünsche werden gehört. Und mit Glück erhört. Auf die Erfüllung stummer Wünsche wird man ein Leben lang vergeblich warten.
— Else Pannek
Die Musik spricht nicht die Leidenschaft, die Liebe, die Sehnsucht dieses oder jenes Individuums in dieser oder jener Lage aus, sondern die Leidenschaft, die Liebe die Sehnsucht selbst.
— Richard Wagner
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst, sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen.
— Fjodor M. Dostojewski
Es gibt nur eine glückliche Liebe: Wenn man den Gegenstand seiner Liebe zu seinem Glücke nicht kriegt!
— Gottlieb Moritz Saphir
Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander, eins treibt das andre hervor
— Bettina von Arnim
Wenig ist's was ich begehre, und doch steht es mir so fern, aus dem ganzen Sternenheere einen einz'gen lieben Stern!
— Josef Christian von Zedlitz
Schöner als der vollste Besitz ist die Erwartung des Glücks.
— Franz Emanuel August Geibel
Erinnerung, Sehnsucht, Hoffnung sind die Begleiter der ersten Frühlingsboten, und Sehnsucht beglückt oft mehr als Besitz.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Wo ich auch war und was mir das Leben auch gab, immer hatte ich Heimweh.
— Hans Thoma
Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.
— Jean-Paul Sartre
Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.
— Bertolt Brecht
Die Hälfte der Menschheit ist immer unglücklich, weil sie das nicht bekommen kann, womit die andere Hälfte unglücklich ist.
Das Staunen ist eine Sehnsucht nach dem Wissen.
— Thomas von Aquin
Die Heimat, das bedeutet: von Zeit zu Zeit eine Minute der Rührung, aber doch nicht dauernd
— Jules Renard
Ein kleines Lied, wie geht's nur an, dass man so lieb es haben kann, was liegt darin? Erzähle! Es liegt darin ein wenig Klang ein wenig Wohllaut und Gesang, und eine ganze Seele.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.
— Ralph Waldo Emerson
Die deutsche Wanderlust geht letztlich aus dem abenteuerlichen Sehnen nach einem idealen Land hervor.
— Gustav Freytag
Vielleicht war meine Gleichgültigkeit nur ein Übermaß an Begierde.
— Gustave Flaubert
Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
— Giacomo Leopardi
Das Gelobte Land liegt immer jenseits der Berge.
— Washington Irving
Das größte Gut, das uns geschenkt ist, ist die Sehnsucht unserer Seele.
— Novalis
Liebe fordert letzte Beugung, und ich trau' dem dunklen Rufe. Noch im tiefen Graun der Zeugung fühl' ich Sehnsucht, ahn' ich Stufe.
— Hans Carossa
Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt sucht.
— Blaise Pascal
Kein kluger Mensch hat jemals gewünscht, jünger zu sein.
— Jonathan Swift
Auch getrennte Freunde mit süßen Banden zu knüpfen, fand die gute Natur uns eine Sprache: die Schrift! Sie führt Seelen zusammen, die fern aneinander gedenken, führt den Seufzer herbei, der in den …
— Johann Gottfried Herder
Die Sehnsucht des Schwans ist dem Finken fremd.
Nur was wir ersehnen, ist unser Eigentum. Was wir besitzen, haben wir schon verloren.
— Karl Gustav Adolf von Harnack
Unzufriedenheit ist Verlangen nach sinnvoller Änderung.
— Else Pannek
Was das Wollen selbst anbetrifft, so ist es unrichtig, wenn man sagt, dass es Gegenstand des freien Willens sei
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Ich wollte, ich könnte aus meinem Fleisch schlüpfen und eine Weile in meinen Knochen herumsitzen, um mich abzukühlen.
— Thomas Chandler Haliburton
Wie viel du wünschen magst, der Wunsch wird weitergehn. Und Glück ist da nur, wo die Wünsche stille stehn.
— Friedrich Rückert
Der Mann sucht in der Frau die Geliebte und findet im Glücksfalle die Mutter wieder.
— Carl Ludwig Schleich
Du kannst Dir gar nicht vorstellen, welche Sehnsucht und Lust zu reisen ich habe.
— Karl Spitzweg
Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die Sehnsucht danach, und die Entfremdung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am schnellsten und leichtesten, wenn auch am leisest …
— Wilhelm von Humboldt
Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten.
— Robert Browning
Das Leben ist anderswo
— Arthur Rimbaud
Es gibt Dinge, die nur schön sind, indem man sie begehrt. Die Liebe hat solche Schönheiten.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Welche Schmerzen verursacht nicht die Trennung, welche Sehnsucht und Entbehrungen birgt nicht die Zukunft
— Fridtjof Nansen
Die Liebe ist der Hunger der Seele. Sie ist da, sie ist wirklich - wie der leibliche Hunger. Und sie schließt ein Bedürfen in sich, ohne dessen Befriedigung der Tod eintritt.
— Paul Keller
Wer ohne Sinn für Freundschaft, Wohlwollen und Liebe nur für sich selber lebt, der bleibt verlassen, wenn er sich nach fremdem Beistand sehnt.
— Adolph Freiherr von Knigge
Glaube ist Liebe, welche die Form des Sehnens angenommen hat.
— William Ellery Channing
Liebe hört auf keine Lehre, weiß im Leben nicht ein, noch aus. Wenn es nicht eben die Liebe wäre, man sperrte sie ins Irrenhaus.
— Friedrich Halm
Nichts trägt mehr zum Erfolg bei als die Tatsache, dass man sich nicht allzusehr nach ihm sehnt.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
So ist eben das Leben seit jeher, alles gehört dazu: Leid und Trennung und Sehnsucht. Man muss es immer mit allem nehmen und alles gut und schön finden.
— Rosa Luxemburg
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne, du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mit die Sterne. Oh, wärst du da!
— Johann Wolfgang von Goethe
Späte Freuden sind die schönsten; sie stehen zwischen entschwundener Sehnsucht und kommendem Frieden.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die meisten Menschen bringen so das ganze Leben hin, dass sie sich von Pfingsten nach Weihnachten und von Weihnachten nach Pfingsten sehnen.
— Theodor Fontane
Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.
— Carl Spitteler
Wie oft in der Gesellschaft, die sich für so recht gebildet und interessant hielt, bei all dem Gerede und Feintun, seufzte ich innerlich: "Wenn doch nur ein Hund da wäre!"
— Friedrich Vischer
Die menschliche Sprache ist wie eine gesprungene Kesselpauke, mit deren Tönen wir Bären zum Tanzen bringen, während wir uns immer nur danach sehnen, das Mitleid der Sterne zu wecken.
— Gustave Flaubert