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Sprüche über Sehnsucht

139 Sprüche — Seite 2

Was fehlt und dennoch nicht verstummt, spricht oft in der Sprache der Sehnsucht. Sie richtet sich auf Nähe, Glück, Ferne, Heimat oder Sinn und macht spürbar, dass der Mensch selten ganz in dem aufgeht, was er bereits besitzt. Darum gehört dieses Thema zu den zartesten und tiefsten inneren Bewegungen.

Ihre Kraft liegt darin, dass sie zugleich schmerzen und beleben kann. Sehnsucht hält Möglichkeiten offen, verleiht dem Leben Richtung und zeigt, wie sehr das Herz oft über das unmittelbar Gegebene hinausreicht.

  1. Sehnsüchtig grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte.

  2. Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst.

    Johann Wolfgang von Goethe

  3. Und wer, wie der Zugvogel, Rettung sucht durch Wechsel des Ortes, der findet sie nicht, denn für ihn ist die Welt überall gleich.

    Anton Tschechow

  4. Jeder Mensch kommt mit einer sehr großen Sehnsucht nach Herrschaft, Reichtum und Vergnügen sowie einem starken Hang zum Nichtstun auf die Welt.

    Voltaire

  5. Die Einsamkeit macht uns härter gegen uns und sehnsüchtiger gegen die Menschen, in beidem verbessert sie den Charakter

    Friedrich Nietzsche

  6. Auf Flügeln des Gesanges Herzliebchen, trag ich dich fort, fort nach den Fluren des Ganges, dort weiß ich den schönsten Ort. Dort wollen wir niedersinken unter dem Palmenbaum, und Liebe und Ruhe …

    Christian Johann Heinrich Heine

  7. Das Heimweh hört doch nie auf

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  8. Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.

    Friedrich von Schlegel

  9. Mein Herz ruht nicht, weil deine Liebe es mit solcher Sehnsucht entflammt hat, dass es nur in dir ruhen kann.

    Nikolaus von Kues

  10. Nirgends rauschen die Laubwälder süßer und erquickender als am kahlen Strand, wo keine sind.

    Arthur Schnitzler

  11. Nur ausgesprochene Wünsche werden gehört. Und mit Glück erhört. Auf die Erfüllung stummer Wünsche wird man ein Leben lang vergeblich warten.

    Else Pannek

  12. Die Musik spricht nicht die Leidenschaft, die Liebe, die Sehnsucht dieses oder jenes Individuums in dieser oder jener Lage aus, sondern die Leidenschaft, die Liebe die Sehnsucht selbst.

    Richard Wagner

  13. Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst, sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen.

    Fjodor M. Dostojewski

  14. Es gibt nur eine glückliche Liebe: Wenn man den Gegenstand seiner Liebe zu seinem Glücke nicht kriegt!

    Gottlieb Moritz Saphir

  15. Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander, eins treibt das andre hervor

    Bettina von Arnim

  16. Wenig ist's was ich begehre, und doch steht es mir so fern, aus dem ganzen Sternenheere einen einz'gen lieben Stern!

    Josef Christian von Zedlitz

  17. Schöner als der vollste Besitz ist die Erwartung des Glücks.

    Franz Emanuel August Geibel

  18. Erinnerung, Sehnsucht, Hoffnung sind die Begleiter der ersten Frühlingsboten, und Sehnsucht beglückt oft mehr als Besitz.

    Karl Ferdinand Gutzkow

  19. Wo ich auch war und was mir das Leben auch gab, immer hatte ich Heimweh.

    Hans Thoma

  20. Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.

    Jean-Paul Sartre

  21. Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.

    Bertolt Brecht

  22. Die Hälfte der Menschheit ist immer unglücklich, weil sie das nicht bekommen kann, womit die andere Hälfte unglücklich ist.

  23. Das Staunen ist eine Sehnsucht nach dem Wissen.

    Thomas von Aquin

  24. Die Heimat, das bedeutet: von Zeit zu Zeit eine Minute der Rührung, aber doch nicht dauernd

    Jules Renard

  25. Ein kleines Lied, wie geht's nur an, dass man so lieb es haben kann, was liegt darin? Erzähle! Es liegt darin ein wenig Klang ein wenig Wohllaut und Gesang, und eine ganze Seele.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  26. Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.

    Ralph Waldo Emerson

  27. Die deutsche Wanderlust geht letztlich aus dem abenteuerlichen Sehnen nach einem idealen Land hervor.

    Gustav Freytag

  28. Vielleicht war meine Gleichgültigkeit nur ein Übermaß an Begierde.

    Gustave Flaubert

  29. Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.

    Giacomo Leopardi

  30. Das Gelobte Land liegt immer jenseits der Berge.

    Washington Irving

  31. Das größte Gut, das uns geschenkt ist, ist die Sehnsucht unserer Seele.

    Novalis

  32. Liebe fordert letzte Beugung, und ich trau' dem dunklen Rufe. Noch im tiefen Graun der Zeugung fühl' ich Sehnsucht, ahn' ich Stufe.

    Hans Carossa

  33. Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt sucht.

    Blaise Pascal

  34. Kein kluger Mensch hat jemals gewünscht, jünger zu sein.

    Jonathan Swift

  35. Auch getrennte Freunde mit süßen Banden zu knüpfen, fand die gute Natur uns eine Sprache: die Schrift! Sie führt Seelen zusammen, die fern aneinander gedenken, führt den Seufzer herbei, der in den …

    Johann Gottfried Herder

  36. Die Sehnsucht des Schwans ist dem Finken fremd.

  37. Nur was wir ersehnen, ist unser Eigentum. Was wir besitzen, haben wir schon verloren.

    Karl Gustav Adolf von Harnack

  38. Unzufriedenheit ist Verlangen nach sinnvoller Änderung.

    Else Pannek

  39. Was das Wollen selbst anbetrifft, so ist es unrichtig, wenn man sagt, dass es Gegenstand des freien Willens sei

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  40. Ich wollte, ich könnte aus meinem Fleisch schlüpfen und eine Weile in meinen Knochen herumsitzen, um mich abzukühlen.

    Thomas Chandler Haliburton

  41. Wie viel du wünschen magst, der Wunsch wird weitergehn. Und Glück ist da nur, wo die Wünsche stille stehn.

    Friedrich Rückert

  42. Der Mann sucht in der Frau die Geliebte und findet im Glücksfalle die Mutter wieder.

    Carl Ludwig Schleich

  43. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, welche Sehnsucht und Lust zu reisen ich habe.

    Karl Spitzweg

  44. Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die Sehnsucht danach, und die Entfremdung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am schnellsten und leichtesten, wenn auch am leisest …

    Wilhelm von Humboldt

  45. Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten.

    Robert Browning

  46. Das Leben ist anderswo

    Arthur Rimbaud

  47. Es gibt Dinge, die nur schön sind, indem man sie begehrt. Die Liebe hat solche Schönheiten.

    Ferdinando Coelestinus Galiani

  48. Welche Schmerzen verursacht nicht die Trennung, welche Sehnsucht und Entbehrungen birgt nicht die Zukunft

    Fridtjof Nansen

  49. Die Liebe ist der Hunger der Seele. Sie ist da, sie ist wirklich - wie der leibliche Hunger. Und sie schließt ein Bedürfen in sich, ohne dessen Befriedigung der Tod eintritt.

    Paul Keller

  50. Wer ohne Sinn für Freundschaft, Wohlwollen und Liebe nur für sich selber lebt, der bleibt verlassen, wenn er sich nach fremdem Beistand sehnt.

    Adolph Freiherr von Knigge

  51. Glaube ist Liebe, welche die Form des Sehnens angenommen hat.

    William Ellery Channing

  52. Liebe hört auf keine Lehre, weiß im Leben nicht ein, noch aus. Wenn es nicht eben die Liebe wäre, man sperrte sie ins Irrenhaus.

    Friedrich Halm

  53. Nichts trägt mehr zum Erfolg bei als die Tatsache, dass man sich nicht allzusehr nach ihm sehnt.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  54. So ist eben das Leben seit jeher, alles gehört dazu: Leid und Trennung und Sehnsucht. Man muss es immer mit allem nehmen und alles gut und schön finden.

    Rosa Luxemburg

  55. Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne, du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mit die Sterne. Oh, wärst du da!

    Johann Wolfgang von Goethe

  56. Späte Freuden sind die schönsten; sie stehen zwischen entschwundener Sehnsucht und kommendem Frieden.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  57. Die meisten Menschen bringen so das ganze Leben hin, dass sie sich von Pfingsten nach Weihnachten und von Weihnachten nach Pfingsten sehnen.

    Theodor Fontane

  58. Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.

    Carl Spitteler

  59. Wie oft in der Gesellschaft, die sich für so recht gebildet und interessant hielt, bei all dem Gerede und Feintun, seufzte ich innerlich: "Wenn doch nur ein Hund da wäre!"

    Friedrich Vischer

  60. Die menschliche Sprache ist wie eine gesprungene Kesselpauke, mit deren Tönen wir Bären zum Tanzen bringen, während wir uns immer nur danach sehnen, das Mitleid der Sterne zu wecken.

    Gustave Flaubert