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Sprüche über Oberflächlichkeit

160 Sprüche — Seite 3

Wo nur der erste Eindruck zählt und Tiefe als Mühe empfunden wird, breitet sich Oberflächlichkeit aus. Sie begnügt sich mit Schein, schnellen Urteilen und leichter Wirkung und meidet alles, was Geduld, Ernst oder genaues Hinsehen verlangt. Deshalb steht dieses Thema für einen Mangel, der oft erst spät erkannt wird.

Ihr Problem ist nicht bloß fehlende Bildung, sondern fehlende Bereitschaft zur wirklichen Begegnung mit Menschen und Dingen. Oberflächlichkeit lässt vieles unberührt und verhindert gerade dadurch jene Erkenntnis, die nur in der Tiefe entsteht.

  1. Schwache und begrenzte Menschen sind ganz notwendig oft undankbar.

    Rahel Varnhagen von Ense

  2. Es ist nicht allein sehr schwer, die Wahrheit hier in der Welt zu finden; sondern man muss sie auch noch verleugnen!

    Rahel Varnhagen von Ense

  3. Wieso gönnen wir uns den Genuss nicht sofort? Wie oft wird die Freude durch Vorbereitungen verdorben, durch törichte Vorbereitungen!

    Jane Austen

  4. Ja, so sind die meisten Menschen. Die Unglücksfälle schreiben sie sich ins Gedächtnis und memorisieren sie fleißig; aber das Glück, das viele Glück, beachten sie nicht - arme, arme Welt.

    Paula Modersohn-Becker

  5. Sehr viele Europäer sind nicht mehr als gierige Geldautomaten, die jede Gemeinheit am Tier für erlaubt halten, wenn sie ihren Geldsack füllen hilft.

    Manfred Kyber

  6. Die Tränen der Frauen sind nichts anderes als der Schweiß ihrer Augen.

    Juvenal

  7. Rechtschaffenheit wird (von allen) gelobt und stirbt doch vor Kälte

    Juvenal

  8. Es ist schändlich, um des Lebens willen den Sinn des Lebens zu verlieren.

    Juvenal

  9. Viele Leute verwechseln schlechtes Management mit Schicksal.

    Kin Hubbard

  10. Wir vertreiben uns die Zeit so lange, bis sie uns vertreibt.

    August Pauly

  11. Das gehört auch zu den Wundern des Lebens, dass die Menschen das Größte, was sie besitzen, wieder vergessen können.

    August Pauly

  12. Was die Menschen Glück nennen, ist das Gemeinste am Leben, den Niederträchtigsten am leichtesten erreichbar.

    August Pauly

  13. Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.

    August Pauly

  14. Mit den dicken Büchern geht es wie mit den dicken Leuten. Sie sehen stärker aus als sie sind.

    August Pauly

  15. Wenn der Verstand seine Rechnung abgeschlossen hat, setzt Empfindung die großen Zahlen ein, die er übersehen hat.

    August Pauly

  16. Die Köpfe mancher Menschen sind gebaut wie ihre Füße: vorne platt und in der Mitte hohl.

    August Pauly

  17. Auch an der Spitze der wissenschaftlichen Armee marschieren Tamboure, d.h. Leute niedrigen Grades, welche Lärm machen.

    August Pauly

  18. Für viele sind Kirchen nur Versicherungsgesellschaften gegen Unfälle im Jenseits.

    August Pauly

  19. Es ist eine ärgerliche Sorte von Köpfen, welche widersprechen, ehe sie begriffen haben.

    August Pauly

  20. Der moderne Mensch hat seine Körperoberfläche so sehr vergessen, dass ihm seine Kleider besser gefallen, als seine Haut.

    August Pauly

  21. Unwissenheit erleichtert das Urteilen.

    August Pauly

  22. Wer an allem rüttelt, dringt in nichts ein.

    Theresa Keiter

  23. Was wir in der Regel »Freundschaft« nennen, ist ein so und so oft wiederholtes Sehen der Außenseite zweier Menschen und dafür wird dann in der Regel ein gedankenloses Vertrauen auf die Innenseite gege …

    Heinrich Martin

  24. Vernunftgründe sind nutzlose Medizin bei moralischen Krankheiten.

    Heinrich Martin

  25. Die nach allen Freuden rennen darfst Du leere Köpfe nennen.

    Heinrich Martin

  26. Streiche die Phantasie fort und die meisten Genüsse unsres Daseins sind nicht des Erwähnens wert.

    Heinrich Martin

  27. Unser Leben ist arm und taugt nicht viel, wenn wir es bequem haben unter den Menschen.

    Christian Geyer

  28. Die Trägheit des Herzens spiegelt sich in den Unterlassungen

    Jakob Wassermann

  29. Jubelt, und die Männer werden euch nachlaufen; trauert, und sie werden sich umdrehen und gehen. Nur an euren Freuden möchten sie uneingeschränkt teilhaben.

    Ella Wheeler Wilcox

  30. Ein Lehrer ohne Freudigkeit ist eine Uhr ohne Feder

    Friedrich Polack

  31. Es gibt doch viele Freuden in der Welt! Nur muss man sich aufs Suchen verstehen, sie finden sich gewiss, und das Kleinste nicht verschmähen. Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist …

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  32. Es lehrt die Erfahrung, dass viele Menschen gemeiniglich gewisse Mittelwege einschlagen, damit nicht durch ihre Hartnäckigeit das Heil des Ganzen aufs Spiel gesetzt werde.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  33. Wieviel Verantwortung laden wir uns auf, wenn wir aus Feigheit oder Faulheit schweigen, da, wo wir mit einem ruhigen offenen Wort irrenden Menschenkindern eine ernste Hilfe hätten erweisen können!

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  34. Titel sind Schall und Rauch, Kronen sind nichtige Dinge.

  35. Malen ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht. Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

    Edgar Degas

  36. Wir alle lassen uns durch die Gewöhnung viel lieber, weit bequemer, überzeugen als durch das ursprüngliche Gefühl.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  37. Die meisten Schriften über Kunst sind von Leuten verfasst, die keine Künstler sind: daher alle die falschen Begriffe und Urteile.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  38. Bücher sind für viele Leute nur Möbel aus Papier

    George Prentice Denison

  39. Was die Menschen groß nennen, ist es nicht immer. Was sie beklatschen, ziemlich selten. Und das, wohin sie strömen in Scharen, dass die Säle sie nicht fassen, das ist niemals groß.

    Philipp Dessauer

  40. Ein großer Schmerz verlangt nichts, als sich selbst überlassen zu bleiben; das bestgemeinte Wort klingt da leicht wie eine leere Banalität.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer