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Sprüche über Neid

147 Sprüche — Seite 2

Wo fremdes Glück nicht erfreut, sondern schmerzt, tritt Neid in seiner bitteren Form hervor. Er vergleicht, mindert das Eigene und vergiftet den Blick auf andere, weil ihr Erfolg als stiller Angriff auf den eigenen Wert empfunden wird. Darum gehört dieses Thema zu den unerquicklichsten Regungen des menschlichen Herzens.

Seine Schärfe zeigt sich darin, dass Neid selten offen auftritt und doch Beziehungen tief beschädigen kann. Erst wo Dankbarkeit und innere Festigkeit wachsen, verliert der Vergleich seine Herrschaft über das eigene Empfinden.

  1. Den Lasterhaften tadelt oft, wer ihn beneidet

    Wilhelm Busch

  2. Man soll gegen niemanden Neid hegen. Die Guten verdienen ihn nicht, und die Bösen schädigen sich in demselben Grade, in dem ihre Pläne gelingen.

    Epikur

  3. Wovon ich Angst habe ist eine verzweifelte Unglücksseligkeit, die wahnwitzige Unruhe, die Geld mit sich bringt, die falsche Herablassung, den Neid.

    John Steinbeck

  4. Der Bescheidene hat alles zu gewinnen, der Stolze alles zu verlieren: Denn die Bescheidenheit hat es immer mit dem Edelmut und der Stolz mit dem Neid zu tun.

    Antoine de Rivarol

  5. Der Neid ist unversöhnlicher als der Hass.

    François de la Rochefoucauld

  6. Eine Frau ohne Rivalin altert schnell.

    Charles Baudelaire

  7. Der Hass der Größe gegen die Kleinheit ist der Ekel; der Hass der Kleinheit gegen die Größe der Neid.

    Arthur Schnitzler

  8. Man ist unzufrieden, wenn jemand, dem man doch selber den Abschied gegeben hat, sich bald tröstet

    Otto Flake

  9. Eifersüchtig ist jede Tugend auf die andre, und ein furchtbares Ding ist Eifersucht. Auch Tugenden können an der Eifersucht zu Grunde gehen.

    Friedrich Nietzsche

  10. Gerechtigkeit entspringt dem Neide, denn ihr oberster Satz ist: Allen das gleiche.

    Walter Rathenau

  11. Der Teufel hat die Welt verlassen, weil er weiß, dass die Menschen selbst einander die Hölle heiß machen.

    Friedrich Rückert

  12. Der Hass ist ein fruchtbares, der Neid ein steriles Laster.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  13. Furcht und Habgier sind die Ursachen der Grausamkeit.

    Ferdinando Coelestinus Galiani

  14. Der Hass, der Neid, das Geld: wie gut sie hetzen können!

    Paul Verlaine

  15. Der Neid wetteifert mit der Ungeduld, wenn er die Schadenfreude erwartet.

    Emanuel Wertheimer

  16. Neiden und beneidet werden ist das meiste tun auf Erden.

    Friedrich von Logau

  17. Neid ist unbedingte Anerkennung.

    Emanuel Wertheimer

  18. Erwarte kein Lob ohne Neid, bevor du tot bist!

    Charles Caleb Colton

  19. Keine Reden finden bereitwilligeren Glauben als die, welche das Genie herabsetzen und dem Neide der bewußten Mittelmäßigkeit schmeicheln.

    Thomas Babington Macaulay

  20. Jeder große Erfolg beruht auf Geheimhaltung, sonst arbeitet bewusste oder unbewusste Missgunst.

    Prentice Mulford

  21. Das Leben stirbt, sobald es verglichen wird. Das Leben lebt erst jenseits des Grabes.

    Edward Young

  22. Wenn jemand neidvoll an Dich denkt, verzieh nicht deine Mienen. Mitleid kriegst du umsonst geschenkt, Neid muss man sich verdienen.

  23. Der Tadel des Feindes ist das schönste Lob, die Verleumdungen des Feindes die schmeichelhafteste Anerkennung.

    Wilhelm Liebknecht

  24. Selbst eine völlig verschmähte Geliebte versetzt uns in Unruhe und weckt in unserem Herzen alle Zeichen der Leidenschaft, sobald wir merken, dass sie einen anderen Mann vorzieht.

    Stendhal

  25. Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns: nämlich Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz. Wenn diese Feinde vertrieben werden könnten, würden wir zweifellos ewigen Frieden genießen.

    Francesco Petrarca

  26. Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung

    Wilhelm Busch

  27. Seinem Feind kann man nicht aus dem Weg gehen.

  28. Beneide niemanden, denn du weißt nicht, ob der Beneidete im stillen nicht etwas verbirgt, was du bei einem Tausche nicht übernehmen möchtest.

    August Strindberg

  29. In Armut bist du heiter, Freund: Drum hüt dich vor Fortunens Tücke dass nicht ihr Neid erwacht und meint, du lebtest in zu großem Glücke.

    Gotthold Ephraim Lessing

  30. Unser Neid dauert stets länger als das Glück derer, die wir beneiden

    François de la Rochefoucauld

  31. Wer ohne Neid, der ist auch ohne Liebe. Wer ohne Reu, der ist auch ohne Treu. Und dem nur wird die Sonne wolkenfrei, der aus dem Dunkel ringt mit heissem Triebe.

    Gottfried Keller

  32. Selbst nichts leisten können, ist nur ohnmächtig Und eigengeschlechtig: Aber es denen missgönnen, die was können, das ist niederträchtig.

    Felix Dahn

  33. Man beneidet manchem um das, worum er sich bedauert.

    Emanuel Wertheimer

  34. Der Begleiter des Ruhms ist der Neid

    Cornelius Nepos

  35. Einer, dessen Herz von Eifersucht verzehrt wird, ist niemals gerecht.

    George Sand

  36. Der Hass ist ein aktives Mißvergnügen, der Neid ein passives, deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Hass übergeht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  37. Wenn das Lob der Freunde immer ein sehr zweideutiges bleibt, so darf man dagegen dem Neid der Feinde vertrauen

    Carl Leberecht Immermann

  38. Die Kritik ist eine Steuer, die der Neid dem Talent auferlegt.

    Francois G. de Levis

  39. Neid schadet am meisten dem, der ihn hegt, anderen gar wenig. Gleich wie der Rost das Eisen frißt, so frißt der Neid den Neider.

    Basilius von Caesarea

  40. Nichts mindert Neid im Yachthafen so spontan wie Windstille

    Karl-Heinz Karius

  41. Musst dich nur vom Neide reinigen, dann verzehnfachst du dein Glück, machst in jedem Augenblick fremde Freuden zu den deinigen

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  42. Wer sich selber lobt, findet schnell seine Spötter.

    Publius Syrus

  43. Die Bosheit und Missgunst kann sich den Anschein von Freiheit geben.

    Tacitus

  44. Zwietracht und Streit sind das Werk anmaßender Begierden und Leidenschaften.

    Johann Georg Adam Forster

  45. Neid zu fühlen ist menschlich, Schadenfreude zu genießen teuflisch

    Arthur Schopenhauer

  46. Die Ehrgeizigen haben mehr Neigung zum Neid als die, welche vom Ehrgeiz frei sind.

    Aristoteles

  47. Du willst bei Fachgenossen gelten? Das ist verlorne Liebesmüh, Was Dir missglückt, verzeihen sie selten; Was Dir gelingt, verzeihen sie nie!

    Oscar Blumenthal

  48. Neun Frauen von zehn sind eifersüchtig.

  49. Es gehört Mut zu dem Bekenntnis, glücklich zu sein, die meisten sind nur aus Furcht bescheiden. Der alte Aberglaube an den Neid der Götter macht viele zu Heuchlern und Verleugnern ihres Frohsinns.

    Carl Ludwig Schleich

  50. "Freund in der Not" will nicht viel heißen; hilfreich möchte sich mancher erweisen. Aber die neidlos ein Glück dir gönnen, sie darfst du wahrlich "Freunde" nennen.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  51. Nur zwei große Strömungen gibt es in der Geschichte: die Niedertracht, die die Konservativen macht, und den Neid, der die Revolutionäre macht.

    Jules de Goncourt

  52. Wer tugendhaft lebt, wird geehrt, aber er wird nicht beneidet.

  53. Kleine Menschen mögen auf ihre Genossen neidisch sein; wahrhaft große Männer suchen einander auf und lieben sich.

    Samuel Smiles

  54. Die Liebe ist jene Flamme, welche die Götter den Sterblichen missgönnen, und die Eifersucht ist der fressende Geier, der den Diebstahl furchtbar rächt.

    Ludwig Börne

  55. Wir sind alle im Grunde neidisch, aber indem wir unseren Neid bezwingen, bessern wir uns.

    James Boswell

  56. Wenn Leute zusammenkommen und ihr Übelwollen und ihre Missgunst über andere ausgießen, fällt alles Schädliche in zehnfacher Kraft auf sie selbst zurück.

    Prentice Mulford

  57. Jeder außerordentliche Vorzug isoliert.

    Carl Hilty

  58. Hassen und Neiden muss der Biedere leiden. Es erhöht des Mannes Wert, wenn der Hass sich auf ihn kehrt.

    Gottfried von Strassburg

  59. Das fremde Korn und die eigenen Kinder scheinen immer besser.

  60. Alles wird man dir verzeihen, aber man ist unerbittlich gegen das Genie.

    Christian Johann Heinrich Heine