Sprüche über Liebe
1604 Sprüche — Seite 23
Kein anderes Gefühl vermag einen Menschen zugleich so zu stärken und so verletzlich zu machen wie die Liebe. Sie stiftet Nähe, weckt Sehnsucht, fordert Vertrauen und lässt selbst im Glück ein leises Zittern zurück. Darum gehört sie seit Jahrhunderten zu den großen Themen von Dichtung, Philosophie und Lebensweisheit.
In ihrer ganzen Tiefe zeigt sie sich nie nur als romantisches Versprechen, sondern auch als Prüfung von Geduld, Hingabe und innerer Reife. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene Kraft in Worte, die Herzen öffnet, Maßstäbe verschiebt und dem Leben seinen hellsten wie schmerzlichsten Glanz verleihen kann.
In Asien turnt das Känguruh, in meinem Herzen turnst nur du!
Besser, dass das Herz dir bricht von dem Kuss der Rose, als du kennst die Freundschaft nicht und stirbst liebelose.
Wären Kinder nicht lieb, wer möchte sie ziehen?
Je mehr Kinder, je mehr Glücks.
Lust und Liebe sind die Fittiche zu großen Taten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wie Wind im Käfig, wie Wasser im Siebe ist goter Rat im Ohr der Torheit und der Liebe.
— Friedrich Rückert
Liebe hat mit Besitz oder Nichtbesitz des geliebten Wesens weniger zu tun, als wir oft meinen. Die Hauptsache für unser inneres Glück: von ihr besessen zu sein.
— Emanuel von Bodman
Lieb ist Leides Anfang.
Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.
Lieben und nicht genießen möchte den Teufel verdrießen.
Liebe macht Gegenliebe.
Ich liebe, was fein ist, ob's schon nicht mein ist, ob mir's gleich nicht werden kann, hab ich doch ein Gefallen dran.
Was einem nicht soll werden, ist das Liebste auf Erden.
Was liebt, das betrübt, was herzt, das schmerzt.
Wer die Liebe verbietet, gürtet ihr Sporen an.
Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhaßter als Aufschub.
Die Liebe treibt die Furcht aus.
Liebe empfindet keine Arbeit.
Lieb und Not hat kein Gebot.
Wer Lieb erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr zu aller Frist.
Gezwungene Liebe und gemalte Wangen dauern nicht.
Die Liebe trinkt nicht Rotwein.
Wider die Liebe ist kein Kraut gewachsen.
Lieb und Gesang kennt keinen Zwang.
Lieben und Singen läßt sich nicht zwingen.
Lieben und beten läßt sich nicht nöten.
Liebe weiß verborgene Wege.
Lieb und Rausch schaut zum Fenster aus.
Wer Liebe bergen will, dem kriecht sie an den Augen heraus.
Lieb, Feuer, Husten, Krätze, Gicht lassen sich verbergen nicht.
Stroh in Schuhen und Lieb im Herzen gucken überall heraus.
Lieben und Husten läßt sich nicht verbergen.
Die Liebe ist blind und macht blind.
Die Liebe ist wie der Tau, sie fällt auf Rosen und Kuhfladen.
Liebes geht über Schönes.
Es geht mehr Liebes zur Kirche als Schönes.
Was lieb ist, das ist schön.
Wer liebt, weiß wohl, was er begehrt, aber nicht, was es ist.
Wenn dir die Liebe ihre Brille aufsetzt, so siehst du in dem Mohren einen Engel.
Der Liebe Mund küsst auch den Hund.
Was tut die Liebe nicht, sagte jener Schneider, da küsste er einen Bock zwischen die Hörner.
Aus Liebe frißt der Wolf das Schaf.
Aus Liebe zum Talg leckt die Katze den Leuchter.
Wo die Liebe fehlt, erblickt man alle Fehler.
Wasser geht durch Stiefel, Liebe durch Handschuhe.
Die Augen sind der Liebe Tür.
Lieben und Buhlen fängt im Gesicht an.
Liebe hat ihren Sitz in den Augen.
Die Lieb ist süß, bis ihr wachsen Händ und Füß.
Weder nie noch nimmerfort, ist der Liebe Losungswort.
Wenn die Liebe so zunähme, wie sie abnimmt, so fräßen sich die Eheleute vor Liebe.
Liebe findet man nicht auf dem Markte feil.
Liebe kann viel, Geld kann alles.
Wer aus Liebe heiratet, hat gute Nächte und üble Tage.
Von der Liebe kann man nicht leben.
Ohne Wein und Brot leidet Liebe Not.
Alte Liebe rostet nicht.
Der Mensch liebt nur einmal.
Wo man Liebe sät, da wächst Freude.
Wer ohne Liebe lebt, ist lebendig tot.