Sprüche über Individualismus
100 Sprüche — Seite 2
Wo der Einzelne nicht in bloßer Anpassung aufgehen will, beginnt Individualismus in seiner eigentlichen Spannung. Er steht für Eigenständigkeit, inneren Maßstab und das Recht, dem eigenen Wesen treu zu bleiben, auch wenn die Umgebung anderes erwartet. Darum ist dieses Thema zugleich befreiend und herausfordernd.
Sein Wert zeigt sich dort, wo Unabhängigkeit nicht in bloßen Eigensinn kippt, sondern aus Klarheit und Charakter erwächst. Individualismus bewahrt das Besondere und erinnert daran, dass Persönlichkeit gerade im Widerstand gegen Gleichförmigkeit sichtbar wird.
Unglück ist eine sinnbildliche Bezeichnung und wird von Jedem anders aufgefasst und empfunden.
— Heinrich Martin
Nicht jeder Weg passt für Jeden, wenn er auch nach derselben Richtung führt.
— Heinrich Martin
In jedem Mensch steckt Philosophie, doch nur der Kluge kennt und findet sie.
— Heinrich Martin
Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.
— Friedrich Paulsen
Gebildet ist ein Mensch, in dem durch Erziehung und Unterricht die menschliche Anlage zu einer das menschlich-geistige Wesen rein und voll darstellenden individuellen Gestalt entwickelt ist.
— Friedrich Paulsen
Alles, was nicht der Norm entspricht, zwingt zum Nachdenken — und das stört.
— Else Pannek
Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.
— Prentice Mulford
Es ist ziemlich belanglos, mit wem man rein geschäftlich und von Berufs wegen verkehrt; doch Vorsicht ist geboten, ehe wir einen Menschen unsere Mußestunden teilen lassen.
— Prentice Mulford
Wer viel Angst hat, seine Originalität zu bewahren, ist allerdings im Begriff, sie zu verlieren
— Robert Schumann
Nur der Einzelne ist naturgewachsen, nicht das Volk. Das Volk ist ein menschlicher Organisationsbegriff
— Carl von Ossietzky
Alles hat zwei Seiten, dass der Mensch die wählen könne, die ihn nicht in seiner Ruhe stört.
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Die Geschichte der Menschheit wie des Einzelnen beginnt mit einem Traum
— Wilhelm Raabe
Alles, was wir wirklich lieben, ist unersetzlich. Und alles, wofür Ersatz nur denkbar ist, haben wir niemals wahrhaftig geliebt.
— Gustav Nieritz
Viele sind Postillione des Lebens, die zu dem allgemein raschen Lauf der Zeit noch das ihnen eigene Stürzen hinzufügen.
— Baltasar Gracián y Morales
Die Vollkommenheit hat kein Ich, der Heilige hat keinen Verdienst, der Weise hat keinen Namen.
— Chuang-tzu
Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Man kennt den Vogel an den Federn.
Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.
Wo der Has gesetzt ist, will er bleiben.
Errare humanum, sagte der Hahn und trat die Ente.
Zwei Hahnen auf einem Mist vertragen sich nicht.
Jede Gans hat ihren Kopf.
Er ist weder Fuchs noch Hase.
Es ist schwer, vorwärts zu schreiten und nur sich zu sehen
— Ernst Friedrich August Rietschel
Die höchste Lebensqualität ist nicht erreicht, wenn man es am bequemsten hat, sondern wenn man sich am besten entfalten kann.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Wie unter den tausend Blättern eine Baumes nicht zwei einander vollkommen gleichen, so bringt jedes Menschenleben neue Erscheinungen in der Liebe zur Entfaltung.
— Fanny Lewald
Seine Individualität wahren muss man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.
— Fanny Lewald
So verschieden die äußere Bildung der Menschen ist, so verschieden ist auch ihre innere Natur, ihr Leben und ihre Wünsche.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Das Genie genügt allen und liefert etwas für alle. Die Vision des Künstlers ist so vollständig, dass sein Werk Stoff bietet für Leute jedes Berufs, jeder Lebensweise, jeder Wissenschaft.
— Hippolyte Taine
Es gibt vier Typen von Menschen in der Welt: die Liebenden, die Opportunisten, die Zuschauer und die Schwachsinnigen. Die letzteren sind die Glücklichsten.
— Hippolyte Taine
Überall, wo die Menschen eingeteilt werden in gute und böse, hat man die Menschen nicht verstanden.
— Heinrich Lhotzky
Raum für alle hat die Erde, wer aber gibt jedem die ihm gebührende Zeit?
— Theodor Toeche-Mittler
Das Geschöpf muss glauben, dass es nicht ist, um alles zu sein
— Simone Weil
Nur wer den Mut hat, alle Tage ein anderer zu sein, bleibt immer derselbe.
— Hermann Stehr
Wer seinen Weg kennt, schließt sich keiner Karawane an
Schlagt eure Zelte weit voneinander auf, aber nähert eure Herzen
Meine Wohnung kommt mir vor wie ein Heiligtum. Ich mag nur Menschen drin sehen, die ich wirklich mag. Alle anderen weise ich ab
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Im Staat ist keiner überflüssig, so schlecht er sein mag von Natur, gebt ihm die rechte Stelle nur
— Karl Wilhelm Ramler
Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.
— Francesco Petrarca
Was das Volk über mich urteilt, ist mir so gleichgültig wie das Urteil einer Herde blöden Viehes
— Francesco Petrarca