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Sprüche über Individualismus

100 Sprüche — Seite 2

Wo der Einzelne nicht in bloßer Anpassung aufgehen will, beginnt Individualismus in seiner eigentlichen Spannung. Er steht für Eigenständigkeit, inneren Maßstab und das Recht, dem eigenen Wesen treu zu bleiben, auch wenn die Umgebung anderes erwartet. Darum ist dieses Thema zugleich befreiend und herausfordernd.

Sein Wert zeigt sich dort, wo Unabhängigkeit nicht in bloßen Eigensinn kippt, sondern aus Klarheit und Charakter erwächst. Individualismus bewahrt das Besondere und erinnert daran, dass Persönlichkeit gerade im Widerstand gegen Gleichförmigkeit sichtbar wird.

  1. Unglück ist eine sinnbildliche Bezeichnung und wird von Jedem anders aufgefasst und empfunden.

    Heinrich Martin

  2. Nicht jeder Weg passt für Jeden, wenn er auch nach derselben Richtung führt.

    Heinrich Martin

  3. In jedem Mensch steckt Philosophie, doch nur der Kluge kennt und findet sie.

    Heinrich Martin

  4. Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.

    Friedrich Paulsen

  5. Gebildet ist ein Mensch, in dem durch Erziehung und Unterricht die menschliche Anlage zu einer das menschlich-geistige Wesen rein und voll darstellenden individuellen Gestalt entwickelt ist.

    Friedrich Paulsen

  6. Alles, was nicht der Norm entspricht, zwingt zum Nachdenken — und das stört.

    Else Pannek

  7. Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.

    Prentice Mulford

  8. Es ist ziemlich belanglos, mit wem man rein geschäftlich und von Berufs wegen verkehrt; doch Vorsicht ist geboten, ehe wir einen Menschen unsere Mußestunden teilen lassen.

    Prentice Mulford

  9. Wer viel Angst hat, seine Originalität zu bewahren, ist allerdings im Begriff, sie zu verlieren

    Robert Schumann

  10. Nur der Einzelne ist naturgewachsen, nicht das Volk. Das Volk ist ein menschlicher Organisationsbegriff

    Carl von Ossietzky

  11. Alles hat zwei Seiten, dass der Mensch die wählen könne, die ihn nicht in seiner Ruhe stört.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  12. Die Geschichte der Menschheit wie des Einzelnen beginnt mit einem Traum

    Wilhelm Raabe

  13. Alles, was wir wirklich lieben, ist unersetzlich. Und alles, wofür Ersatz nur denkbar ist, haben wir niemals wahrhaftig geliebt.

    Gustav Nieritz

  14. Viele sind Postillione des Lebens, die zu dem allgemein raschen Lauf der Zeit noch das ihnen eigene Stürzen hinzufügen.

    Baltasar Gracián y Morales

  15. Die Vollkommenheit hat kein Ich, der Heilige hat keinen Verdienst, der Weise hat keinen Namen.

    Chuang-tzu

  16. Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

  17. Man kennt den Vogel an den Federn.

  18. Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.

  19. Wo der Has gesetzt ist, will er bleiben.

  20. Errare humanum, sagte der Hahn und trat die Ente.

  21. Zwei Hahnen auf einem Mist vertragen sich nicht.

  22. Jede Gans hat ihren Kopf.

  23. Er ist weder Fuchs noch Hase.

  24. Es ist schwer, vorwärts zu schreiten und nur sich zu sehen

    Ernst Friedrich August Rietschel

  25. Die höchste Lebensqualität ist nicht erreicht, wenn man es am bequemsten hat, sondern wenn man sich am besten entfalten kann.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  26. Wie unter den tausend Blättern eine Baumes nicht zwei einander vollkommen gleichen, so bringt jedes Menschenleben neue Erscheinungen in der Liebe zur Entfaltung.

    Fanny Lewald

  27. Seine Individualität wahren muss man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.

    Fanny Lewald

  28. So verschieden die äußere Bildung der Menschen ist, so verschieden ist auch ihre innere Natur, ihr Leben und ihre Wünsche.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  29. Das Genie genügt allen und liefert etwas für alle. Die Vision des Künstlers ist so vollständig, dass sein Werk Stoff bietet für Leute jedes Berufs, jeder Lebensweise, jeder Wissenschaft.

    Hippolyte Taine

  30. Es gibt vier Typen von Menschen in der Welt: die Liebenden, die Opportunisten, die Zuschauer und die Schwachsinnigen. Die letzteren sind die Glücklichsten.

    Hippolyte Taine

  31. Überall, wo die Menschen eingeteilt werden in gute und böse, hat man die Menschen nicht verstanden.

    Heinrich Lhotzky

  32. Raum für alle hat die Erde, wer aber gibt jedem die ihm gebührende Zeit?

    Theodor Toeche-Mittler

  33. Das Geschöpf muss glauben, dass es nicht ist, um alles zu sein

    Simone Weil

  34. Nur wer den Mut hat, alle Tage ein anderer zu sein, bleibt immer derselbe.

    Hermann Stehr

  35. Wer seinen Weg kennt, schließt sich keiner Karawane an

  36. Schlagt eure Zelte weit voneinander auf, aber nähert eure Herzen

  37. Meine Wohnung kommt mir vor wie ein Heiligtum. Ich mag nur Menschen drin sehen, die ich wirklich mag. Alle anderen weise ich ab

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  38. Im Staat ist keiner überflüssig, so schlecht er sein mag von Natur, gebt ihm die rechte Stelle nur

    Karl Wilhelm Ramler

  39. Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca

  40. Was das Volk über mich urteilt, ist mir so gleichgültig wie das Urteil einer Herde blöden Viehes

    Francesco Petrarca