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Sprüche und Zitate von Heinrich Martin

112 Zitate — Seite 2

Über den Autor

1818 - 1872

Heinrich Martin (1818–1872) – Über diese Person liegen keine gesicherten biografischen Informationen vor.

Mehr auf Wikipedia
  1. Wenn stets die Rechnung neben dem erkauften Vergnügen liegt, hört es auf »Vergnügen« zu sein.

  2. Edler Stolz erkennt sich selbst; Hochmut sieht nur die Gebrechen anderer.

  3. Bildung ruht auf drei mächtigen Säulen: Geist, Natur und Kunst.

  4. Was wir in der Regel »Freundschaft« nennen, ist ein so und so oft wiederholtes Sehen der Außenseite zweier Menschen und dafür wird dann in der Regel ein gedankenloses Vertrauen auf die Innenseite gege …

  5. Eigensinn entsteht dann beim Menschen, wenn der Wille den Vorhang vor der Erkenntnis fallen läßt.

  6. Wie viel Glück und Freude geht uns oft unbeachtet und spurlos verloren, deren Wert wir erst nach dem Verluste erkennen.

  7. Blicke demjenigen scharf in die Augen, der allein geht und dem Bettler eine Gabe reicht. Da siehst du den inneren Menschen.

  8. Wenn wir bedenken, dass Vernunft ihre Stoffe nur allein aus dem Herzen, den Sinnen und unserer Einbildung holt, so wissen wir hinlänglich, wie weit sie in praktischer Beziehung verlässlich ist.

  9. Wer sich selbst versteht, kennt seinen Wert und lässt nicht mit sich handeln. Nur der Charakterlose ist für jeden Preis feil.

  10. Zum eigentlichen glücklichen Leben gehört: moralischer Leichtsinn.

  11. Verachtung darf nicht über unsere Selbstachtung hinausgehen.

  12. Was wir so oft »Liebe« nennen, ist doch nichts weiter als ein kurzer Sinnenrausch. Ist er in seiner Sonderheit verflüchtigt, so tritt größtenteils herbe Unbefriedigung und nicht selten Trennung ein.

  13. Ein unverbrüchliches Gesetz ist die Vernunft; wer sich ihr entzieht, verletzt die Humanität, mithin die heiligsten Menschenrechte.

  14. Wer unter allen Umständen Duldung zeigt, ist entweder ein Dummkopf oder ein Heuchler. Als ersteren können wir ihn nur bemitleiden, als letzterer aber verdient er, dass ihm jeder rechtschaffene Mensch …

  15. Was heißt Schaffen in der Poesie? Wenn dichterische Begeisterung die Seele mit der Fruchtbarkeit der Phantasie überschüttet.

  16. Vernunftgründe sind nutzlose Medizin bei moralischen Krankheiten.

  17. Nicht jeder Weg passt für Jeden, wenn er auch nach derselben Richtung führt.

  18. Als Mann schweigt der Weise da, wo er als Jüngling sprach.

  19. Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.

  20. Unglück ist eine sinnbildliche Bezeichnung und wird von Jedem anders aufgefasst und empfunden.

  21. Falsche Grundsätze sind Missgeburten der Erziehung.

  22. Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?

  23. Gaben der Weisheit sind nicht an die Gegenwart gebunden, sie fließen durch die Ewigkeit.

  24. Was wir oft beim Manne als Mut bewundern, ist größtenteils nichts weiter, als Wallung von Furcht und Stolz, die nach kurzer Zeit wie Schaum zusammensinkt.

  25. Erbärmliche Charaktere finden ihren Stolz, in Gegenwart eines Menschen, der ihnen Wohltaten erwiesen, gebeugt.

  26. Es gibt kein Maß und Gesetz für Auffassung der Schönheit, weil ihre Beschaffenheit, je nach der Individualität des Menschen, in dessen Seele verschiedene Abspiegelungen findet.

  27. Wer Leidenschaft zum Vernunftgenossen macht, hintergeht sein Gewissen.

  28. Sei vorsichtig gegen diejenigen, die zu lebhaft mit Worten und Empfindungen spielen; sie suchen dadurch die wahren Vorgänge ihres Innern, ihre Gedanken zu verdecken.

  29. Warum stehen Phantasie und Verstand so oft im Widerspruch? Weil dieser mit kalter Sonde zergliedern will, was jene aus Duft und Luft und aus den leisesten Regung des Herzens gewebet und aufgebaut hat …

  30. Der Mangel an Geist und Lebenskraft Erstickt im Menschen den Lebenssaft.

  31. Wer gleich beim Anfang stolpert, der kehre wieder um, weil's sonst beim Fortgang holpert, und Alles geht dann krumm.

  32. Was dir das Leben auch an Rätseln zeigt, die Liebe ist's, die alle übersteigt.

  33. Der Irrtum ist sehr schwer zu tragen; ihn los zu werden macht uns Plagen.

  34. Kannst du das Beste nicht erreichen, so sollst Du doch dem Guten gleichen.

  35. Nachsicht findet man allein nur bei edlen Seelen, die noch nicht vergessen haben: Ich auch konnte fehlen.

  36. Siehe, ob Du den Verstand mit dem Geiste kannst vereinen, bring' das Herz mit in Verband, wirst harmonisch dann erscheinen.

  37. Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.

  38. Was stärkt den Geist und macht ihn jung? Aus schöner Zeit – Erinnerung!

  39. Lass das Drechseln, lass das Schrauben – Sprich frei fort! Das bringt Dir Glauben.

  40. Die Lüge straft durch's eigene Bewusstsein; Die Wahrheit hält's Gewissen und die Brust rein.

  41. Die nach allen Freuden rennen darfst Du leere Köpfe nennen.

  42. Bei einer guten Tat sind wir uns stets selbst genug; bei einer bösen Tat sehen wir uns jedoch nach Mitschuldigen um.

  43. Wer sich selbst nichts mehr ist, was kann er noch anderen sein? Nur ihr Feind oder Tyrann.

  44. Schwachheit ist die Mutter der Kraft.

  45. Phantasie ist die Fackel, welche uns voran leuchtet und das Dunkel erhellt, wenn wir auf der Leiter des Verstandes emporsteigen wollen zur Erkenntnis des Schöpfers.

  46. Streiche die Phantasie fort und die meisten Genüsse unsres Daseins sind nicht des Erwähnens wert.

  47. Verachtung hat es lediglich mit dem Verstande zu tun und dieser ist deshalb um so schneller mit sich einig und fertig.

  48. Hass frisst sich in selbstquälerischer Weise immer tiefer in das Herz hinein, weil er dort die meisten Widersprüche und in ihnen seine Nahrung findet.

  49. Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrtums schöpfen?

  50. Nicht durch Deine selbstständigen Meinungen kannst Du zur wahren Geltung gelangen, sondern durch die Handlungen, die aus ihnen hervorgehen.

  51. Nicht was du sprichst, sondern wie Du es sprichst, also am Akzent des Tones hören wir, wie Deine Seele gestimmt ist.

  52. Bei keiner Erbschaft können sich wohl mehr Mitbewerber melden, als wenn solche einem großen Dummkopfe zufällt: er hat die meisten Verwandten.