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Sprüche über Einsamkeit

220 Sprüche — Seite 4

Wenn Nähe fehlt und das eigene Innere keinen Widerhall mehr findet, wird Einsamkeit zu einer besonders stillen Form des Schmerzes. Sie betrifft nicht nur das Alleinsein, sondern das Gefühl, mit dem Wesentlichen unerreicht zu bleiben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefen Erfahrungen menschlicher Verletzlichkeit.

Mitunter birgt sie auch einen Raum der Sammlung, sofern sie gewählt und nicht erlitten wird. Einsamkeit zeigt, wie sehr der Mensch auf Beziehung angewiesen bleibt und wie fein der Unterschied zwischen innerer Freiheit und Verlassenheit sein kann.

  1. Ein Hagestolz ist viel allein, er wird im Alter einsam sein. Doch lieber sollst du ledig leben als deiner Frau die Hosen geben.

  2. Gott schuf das Böse, damit die Hölle nicht leer steht.

  3. Wie soll man in der Abgeschiedenheit seine Fehler kennenlernen?

    Basilius von Caesarea

  4. Es trocknen in der Einsamkeit die Säfte des Gemütes, es stockt der Gedankenlauf, ich muß hinaus in mancherlei Gemeinschaft mit andern Geistern.

    Friedrich Schleiermacher

  5. Wer ganz mit seinem Schmerz allein, der lernt den Schmerz genießen.

    August von Platen

  6. Aus des Schnees Einsamkeit steigt's wie wunderbares Singen - oh du gnadenreiche Zeit!

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

  7. Einsame alte Damen beanspruchen allein stehende Töchter, als seien sie deren einziger Lebensinhalt.

    Else Pannek

  8. Küh und Schafe gehen miteinander, aber der Adler steigt allein.

  9. Wo Eulen und Kauze einander gute Nacht sagen.

  10. Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind

    Marquis de Vauvenargues

  11. Wer ein volles Gefäß trägt, muss das Gedränge vermeiden, und wessen Seele am Überlaufen ist, einsame Wege gehn.

    Emil Gött

  12. Alles Große und Wertvolle ist mit Einsamkeit verknüpft.

    John Steinbeck

  13. Der Weg des Menschen zu Gott heisst in seiner steilsten Strecke - Einsamkeit

    Carl Hilty

  14. Vor dem Sterben ist es gut, wenn der Mensch alleine ist.

    Reinhold Messner

  15. Wer genau wissen will, was er wert ist, braucht nur zu beobachten, was er tut und denkt, wenn er allein ist.

    Franz Edler von Pernwald Schönthan

  16. Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.

    Else Pannek

  17. Der erst ist ganz unglücklich, der die kahlen Wände seines Herzens nicht einmal mit den Bildern der Erinnerung schmücken kann.

    Johann Nepomuk Nestroy

  18. Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund

    Immanuel Kant

  19. Einsamkeit hat den großen Vorteil, dass man die Flucht vor sich selber einstellt.

    Marcel Proust

  20. Wer die Jugend schilt und Jugend scheucht, einsam durch mürr'sches Alter kreucht.

    Carl Leberecht Immermann

  21. Im Alter ist Unabhängigkeit eine Form der Sklaverei.

    Giacomo Casanova

  22. Sich abschließen heißt sich einmauern, und sich einmauern ist Tod.

    Theodor Fontane

  23. In der Einsamkeit müssen wir unsere Gedanken überwachen, in der Familie unsere Launen und in Gesellschaft unsere Zungen.

    Hannah More

  24. Der Mann, den seine Freunde, seine Künste und Wissenschaften verlassen haben, findet noch ein Asyl in seiner Familie und eine Freundin in seiner Frau.

    Bogumil Goltz

  25. Tausend Meilen vom nächsten Land entfernt beginnt die Stille.

    Joseph Conrad

  26. Im Augenblick, wo der echte Künstler schafft, hat er weder Weib noch Kind und am allerwenigsten Freunde.

    Wilhelm Raabe

  27. Einsamkeit heißt Wirksamkeit für den, der Erinnerung und Ziel besitzt.

    Theodor Toeche-Mittler

  28. Man erfährt den Herrn in besonderer Weise, wenn man viel allein ist.

    James Hudson Taylor

  29. Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  30. Wir können nicht leben ohne Menschen und leben nie mehr, als wenn kein Mensch um uns ist.

    August Pauly

  31. Äusserlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innerer braucht Einsamkeit.

    August Pauly

  32. Es ist dem Verstand selber nicht wohl, wenn er ganz allein zurückgeblieben ist in der Seele eines Menschen und alles fortgegangen ist, was warm war.

    August Pauly

  33. Gute Gedanken sind gleich wie Wichtelmännchen. Sie kommen erst aus ihren Ecken hervor, wenn niemand da ist.

    August Pauly

  34. Das Glück hat ein großes Gefolge, das Unglück kaum einen Gefährten.

    Theresa Keiter

  35. Wenn Dich die üblen Launen plagen, so schließ' Dich ein. Dort magst du sie für Dich ertragen, uns macht es Pein.

    Heinrich Martin

  36. Blicke demjenigen scharf in die Augen, der allein geht und dem Bettler eine Gabe reicht. Da siehst du den inneren Menschen.

    Heinrich Martin

  37. Jubelt, und die Männer werden euch nachlaufen; trauert, und sie werden sich umdrehen und gehen. Nur an euren Freuden möchten sie uneingeschränkt teilhaben.

    Ella Wheeler Wilcox

  38. Gäbe man einem Menschen alle Herrlichkeit der Welt, was hilft's, wenn er keinen Freund hat, dem er es sagen kann?

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  39. Erfindungsgeist, Tatkraft, Fleiß und Geduld gestalten das Los des Einsamen erträglich.

    Daniel Defoe

  40. In der Kunst ist es anders als beim Fußballspiel. In Abseitsstellung erzielt man die meisten Treffer.

    Edgar Degas