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Sprüche über Alter

622 Sprüche — Seite 10

Mit den Jahren verändert sich nicht nur das Gesicht eines Menschen, sondern auch sein Blick auf Zeit, Verlust, Nähe und Bedeutung. Alter ist weit mehr als eine Zahl, denn in ihm sammeln sich Erfahrung, Ernüchterung, Gelassenheit und neue Formen von Freiheit. Gerade dadurch wird dieses Thema zugleich ernst und reich.

Nicht nur Abschied, sondern auch Klärung gehört zu seinem Wesen. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie das Alter Maßstäbe verschiebt, Eitles verblassen lässt und den Wert des Wesentlichen deutlicher hervortreten lässt als in den unruhigeren Jahren des Anfangs.

  1. Die Falten um die Stirne dein lass sie nur heiter ranken, das sind die Narben, die darein geschlagen die Gedanken.

    Joseph Victor von Scheffel

  2. Das Alter ist eine Reisende der Nacht, die Erde verbirgt sich und der Himmel wird sichtbar

    Francois René de Chateaubriand

  3. Wenn man in die mittleren Jahre kommt, kennt man alle Antworten, doch nur höchstselten stellt einem jemand die entsprechenden Fragen!

    Henri Dunant

  4. Alte Leute müssen ihre Stärke aus der Schüssel nehmen.

  5. Die Alten sind auch keine Narren gewesen.

  6. Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.

  7. Die Alten sind zäh, geben tut ihnen weh.

  8. Wer sich heute nicht bessert, wird morgen ärger.

  9. Das Bemühen zu leben währt lebenslänglich.

    Else Pannek

  10. Die gute alte Zeit ist die gute alte Zeit, weil man damals jung gewesen ist.

    Else Pannek

  11. Alt zu werden ist eine Gnade — aber nicht immer ein Vergnügen.

    Else Pannek

  12. Jugend weiß alles. Das Alter weiß was alles möglich ist.

    Else Pannek

  13. Ich liebe alles, was alt: Alte Freunde, Zeiten, Bräuche, Bücher und Weine.

    Oliver Goldsmith

  14. Wer die Gesundheit nicht achtet, dem wird es im Alter leid tun

  15. Wer die Jugend schilt und Jugend scheucht, einsam durch mürr'sches Alter kreucht.

    Carl Leberecht Immermann

  16. Eine Zierde zwar ist das Alter des Geschlechts, aber eigentlich doch nur eine Aufforderung, den Ahnen ähnlich zu werden.

    Ulrich von Hutten

  17. Wenn der Mensch in einem gewissen Alter alle seine Liebesbriefe lesen würde, bliebe es ihm unbegreiflich, wie in ein Wesen von fünf Fuß Höhe eine ganze Bibliothek von Dummheiten geraten konnte.

    Gottlieb Moritz Saphir

  18. Wehe, die Welt ist alt, und der Abend für die menschlichen Dinge ist gekommen; und wer jetzt geboren wird, erhält Vernunft und Bewegung zu spät.

    Giacomo Leopardi

  19. Im Alter ist Unabhängigkeit eine Form der Sklaverei.

    Giacomo Casanova

  20. Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.

    Titus Maccius Plautus

  21. Jedes Alter kann einen guten Gebrauch vom Leben machen, aber man kennt die Möglichkeiten nur, wenn man dieses Alter durchlebt hat.

    Sully Prudhomme

  22. Für einen alten Vater ist nichts süsser wie eine Tochter. Buben sind lebhafter, aber ihre Wege sind nicht so zart.

    Euripides

  23. Es schadet niemals, sich für alle Lebensabschnitte ein Stück Jugend zu bewahren, und es ist immer besser, im Alter jugendfrisch zu sein, als greisenhaft in jungen Tagen.

    Wilhelm Riehl

  24. Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit.

    Michelangelo

  25. Seelenruhe, Heiterkeit und Zufriedenheit sind die Grundlagen allen Glücks, aller Gesundheit und des langen Lebens.

    Christoph Wilhelm Hufeland

  26. Womit man in der Jugend prahlt, das wird man im Alter bereuen.

  27. Was du Liebes den Eltern getan hast, das kannst du in deinem Alter von deinen Kindern erwarten.

    Thales von Milet

  28. Dass die beruflichen Ziele in der ersten Lebenshälfte nicht anders aussehen müssen als in der zweiten, ist ganz selbstverständlich.

    Nikolaus B. Enkelmann

  29. Es sollte schön sein, alt zu werden, voll des Friedens, der aus Erfahrung stammt, und voll der Falten reifer Erfüllung.

    David Herbert Lawrence

  30. Je älter ich werde, um so mehr sehe ich, dass die Erfahrung nur weitere Jahre mit sich bringt, aber dass man so wenig Vorteil aus allem zieht, als wäre nichts geschehen.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  31. Wer sich hermetisch in gegenwärtiges oder vergangenes Glück einschließt, wird auch an ihm alt und grau.

    Prentice Mulford

  32. Alt und alt gesellt sich bald.

    Marcus Terentius Varro

  33. Der Mann hat anderes zu tun als der Jüngling

    Francesco Petrarca

  34. Es gibt ja nichts so Unwilliges wie das Alter.

    Francesco Petrarca

  35. Und wenn schon in keinem Lebensalter irgend etwas von langer Dauer ist, so ist im Alter alles auf das kürzeste befristet.

    Francesco Petrarca

  36. Jede Periode des Lebens hat ihre Leidenschaften. Das Alter, das man für das weiseste halten sollte, hat gewöhnlich die schmutzigsten

    Johann Gottfried Seume

  37. Wir finden, dass alle, die ein sehr hohes Alter erreichten, solche Menschen waren, die in der Jugend Mühe, Arbeit, Strapazen ausgestanden haben

    Christoph Wilhelm Hufeland

  38. Mit dem Menschen ist es wie mit dem Baum: er wächst von innen her und verdorrt auch so.

    Hermann Stehr

  39. Nur der Ehrgeiz altert nicht, und das, woran sich das tatenlose Alter am meisten freut, ist nicht, wie man behauptet, das Geld, sondern die Ehre.

    Thukydides

  40. Trotz ist die jugendliche Form von Altersstarrsinn.

    Leo Trotzki

  41. Bisweilen macht sich das Schicksal über einen armen Teufel lustig, und lässt ihn im Greisenalter reich werden.

    Otto Weiss

  42. Unsere Jugend sammelt nur Seufzer für das Alter

    Edward Young

  43. Über die Torheiten unserer Jugend erröten wir nicht, aber über die Torheiten unseres Alters.

    Edward Young

  44. Die Alten hatten ein Gewissen ohne Wissen; wir heutzutag haben das Wissen ohne Gewissen.

    Julius Wilhelm Zincgref

  45. Einen großen Reiz des Alters vergißt man gewöhnlich, nämlich die ruhige Resignation

    Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  46. Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, zieret das Alter und die Jugend; wen man undankbar nennen kann, dem hängen aller Laster an.

    Georg Rollenhagen

  47. Mit Fünfzig haben Männer nur noch Gewohnheiten - eine davon ist ihre Frau.

    George Meredith

  48. Der Jungen Lob wird's mehren, wenn sie das Alter ehren; doch große Tugend ist's der Alten, der Jugend was zu gut zu halten.

    Bernhard Freidank

  49. Wer seinen Mund in Gewalt, der wird in Ehren werden alt!

    Bernhard Freidank

  50. Mit dem Alter beginnen die Schwächen des Lebens; umso mehr muss die Seele ihnen standzuhalten bereit sein.

    Theodor Toeche-Mittler

  51. Große Taten erscheinen uns oft so bewundernswert, dass wir sie nur von gereiften, erfahrenen, gefestigten Männern ausgeführt glauben und zu diesen wie zu Greisen verehrungsvoll aufschauen: wie staunen …

    Theodor Toeche-Mittler

  52. Ich wollte das Alter gern der Jugend gleichsetzen, wenn es nur nicht die Enge der Bewegung, die Schwere der Erinnerung, die Bitternis der Erfahrung hätte.

    Theodor Toeche-Mittler

  53. Dein Alter setze im Kampfe der Meinungen stets als Dein schwächstes Vorrecht an. Zwar ist es von Gott Dir gewährt, gilt aber als solches vor allem Dir selbst.

    Theodor Toeche-Mittler

  54. Wohl dem, dem nicht körperliche Schwäche, nicht Entsagung, sondern Erfahrungsreichtum, Weisheit die Anzeichen des Alters bringen!

    Theodor Toeche-Mittler

  55. Ein Mensch ist erst alt, wenn Reue den Platz von Träumen einnimmt.

    John Barrymore

  56. Versuchung im vorgerückten Alter ist wie ein Dudelsack ohne Luft

    John Barrymore

  57. Man kann den Frühling im Jahre nicht festhalten, aber man kann jung bleiben in der Seele bis an sein Ende, wenn man die Liebe lebendig erhält in seinem Herzen für die Menschen, die der Liebe würdig …

    Fanny Lewald

  58. Nicht die Jugend bedarf bei ihrem Schaffen der Ermunterung, sondern das Alter.

    Fanny Lewald

  59. Glücklich ist, wer in jedem Lebensalter über die Möglichkeiten verfügt, die seinen Fähigkeiten entsprechen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  60. Altersproblem: Die Zeit nimmt ab und die Langsamkeit zu.

    Henriette Wilhelmine Hanke