
In der Tat läßt sich die ganze Weisheit der Weltgeschichte in einen einzigen Satz zusammenfassen: Jeder Staat raubt, soviel er kann. Punktum. Mit Verdauungspausen und Ohnmachtsanfällen, welche man "Frieden" nennt.
Bedeutung
Carl Spitteler formuliert eine satirische, zynische Weltgeschichtsthese: Die gesamte Weisheit der Weltgeschichte lasse sich auf den Satz reduzieren, dass jeder Staat raubt, so viel er kann. Die Pausen des Raubes nennt er Frieden. Das Zitat ist bittere Satire auf staatliche Macht und ihre Legitimationsversuche. Es ist kein politisches Programm, sondern ein pointierter Kommentar über das Verhältnis von Macht und Moral in der Geschichte. Als literarischer Text ist es historisch und kulturell einzuordnen.
Verwendung
Passt in Texte über politische Satire, Staatsphilosophie oder den zynischen Blick auf Machtstrukturen in der Geschichte. Geeignet für Essays über Spitteler, Friedensbegriff oder literarische Gesellschaftskritik. Auch gut in Texten über das Verhältnis von Staat und Gewalt oder historisch-politische Reflexionen.
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Über Carl Spitteler
Über den Autor
Schriftsteller · Schweizerisch · 1845 - 1924
Carl Spitteler (1845–1924) war Schweizer Dichter und Essayist, der 1919 als einziger gebürtiger Schweizer den Nobelpreis für Literatur erhielt.
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Spitteler wurde am 24. April 1845 in Liestal geboren und starb am 29. Dezember 1924 in Luzern. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Carl Felix Tandem und war neben seiner dichterischen Tätigkeit als Kritiker und Essayist tätig. Sein Geburtsort Liestal sowie Bennwil in Basel-Landschaft zählen zu seinen Heimatorten.
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