
Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe!
Bedeutung
Gottfried Keller unterscheidet Respekt vor anderen Ländern von Liebe zum eigenen. Der Spruch fordert Achtung für jedes Vaterland, ohne die Bindung an das eigene aufzugeben. In heutiger Lesart braucht er einen offenen, nicht nationalistischen Ton: Heimatliebe soll nicht Abwertung anderer bedeuten. Seine Stärke liegt in der Balance zwischen Zugehörigkeit und Anerkennung fremder Zugehörigkeiten. So kann der Satz heute nur gelingen, wenn Liebe zum Eigenen nicht gegen andere gestellt wird.
Verwendung
Das Zitat passt zu historischen Texten, Reden über Heimat, Auswanderung, Staatsbürgerschaft oder kulturelle Verbundenheit. Es sollte nicht als kämpferischer Nationalstolz verwendet werden. Besonders sinnvoll ist es, wenn gleichzeitig Respekt für andere Länder ausdrücklich mitgedacht wird. Ein inklusiver Begleitsatz hält die Balance deutlich.
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Über Gottfried Keller
Über den Autor
Schriftsteller · Schweizerisch · 1819 - 1890
Gottfried Keller (1819–1890) war Schweizer Dichter, Maler und Erster Staatsschreiber des Kantons Zürich, dessen Romane „Der grüne Heinrich" und „Die Leute von Seldwyla" den bürgerlichen Realismus prägten.
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Nach einem Jugendstreich von der höheren Schulbildung ausgeschlossen, versuchte Keller zunächst als Landschaftsmaler Fuß zu fassen und verbrachte zwei Jahre in München. Erst die politische Lyrik des Vormärz brachte ihn zur Dichtung. Mit einem Zürcher Reisestipendium studierte er in Heidelberg und Berlin – ursprünglich mit dem Ziel, Theaterstücke zu schreiben, woraus stattdessen seine bedeutendsten Prosawerke entstanden.

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