
Wer verzichtet, gewinnt
Bedeutung
Laotse fasst eine zentrale Weisheit des Loslassens extrem knapp zusammen. Wer verzichtet, verliert nicht nur etwas, sondern gewinnt: Freiheit, Ruhe, Klarheit oder Unabhängigkeit. Der Satz widerspricht dem Reflex, Gewinn immer mit Mehrbesitz zu verbinden. Verzicht kann ein aktiver Gewinn sein, wenn er vom Überflüssigen, Belastenden oder Verführenden befreit. Das gilt materiell ebenso wie emotional und geistig. Gerade die Kürze macht den Gedanken stark: Er zwingt zum Nachdenken über das, was man im Verzicht wirklich gewinnt.
Verwendung
Gut geeignet für Minimalismus, Fastenzeit, persönliche Neuordnung, Trennung von Ballast oder spirituelle Texte. Nicht an Menschen richten, denen ohnehin etwas fehlt; freiwilliger Verzicht ist etwas anderes als erzwungener Mangel. Am stärksten, wenn ein konkretes Beispiel des Loslassens den Satz verankert.
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Über Laotse
Über den Autor
Philosoph · 6. Jhdt.
Laotse (6. Jh. v. Chr.) war ein legendärer chinesischer Philosoph, dem das Daodejing zugeschrieben wird – das Hauptwerk des von ihm begründeten Daoismus.
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Ob Laotse tatsächlich existierte, ist bis heute ungeklärt: Der Chronist Sima Qian gestand im 1. Jahrhundert v. Chr. selbst, widersprüchliche Quellen vorzufinden. Das ihm zugeschriebene Daodejing entstand wohl spätestens im 4. Jahrhundert v. Chr. und wurde erst unter Han-Kaiser Jing (157–141 v. Chr.) unter diesem Titel zusammengefasst.

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