
Des Mannes Glück heißt "ich will", das Glück der Frau "er will".
Bedeutung
Nietzsche formuliert hier ein hartes, hierarchisches Geschlechterbild. Dem Mann wird eigener Wille als Glück zugeschrieben, der Frau dagegen die Ausrichtung auf seinen Willen. Der Satz ist nicht einfach eine neutrale Beobachtung über Liebe, sondern setzt männliche Selbstbehauptung und weibliche Unterordnung gegeneinander. Gerade die knappe Parallelform macht die Schieflage deutlich: Freiheit und Wunsch werden ungleich verteilt und als Rollenlogik behauptet, zugespitzt und verfestigt im Geschlechterverhältnis.
Verwendung
Der Spruch kann in literarischen, philosophischen oder historischen Kontexten verwendet werden, wenn Nietzsches Geschlechterbilder kritisch betrachtet werden. Für Glückwünsche, Liebeskarten oder automatische Empfehlungen ist er ungeeignet. Die Aussage transportiert ein überholtes und hierarchisches Rollenbild, in dem weibliches Glück vom männlichen Willen abhängig gemacht wird. Sie sollte heute nur mit klarer Distanz und Einordnung erscheinen.
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Über Friedrich Nietzsche
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1844 - 1900
Friedrich Nietzsche (1844–1900) war ein deutscher Philosoph und Philologe, dessen radikal neue Denk- und Schreibweise alle klassischen Disziplinen sprengte und die Lebensphilosophie begründete.
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Mit 24 Jahren wurde er als jüngster je berufener außerordentlicher Professor für klassische Philologie an die Universität Basel berufen, legte den Lehrstuhl jedoch 1879 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Fortan lebte er als rastloser Reisender in Italien und der Schweiz. Ab 1889 machten ihn schwere psychische Störungen arbeitsunfähig – seinen eigenen Weltruhm erlebte er nicht mehr bei Bewusstsein.

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