
Die Unabhängigkeit und Freiheit der Menschen beruht weniger auf der Kraft der Arme als auf der Mäßigung der Herzen. Wer wenig begehrt, hängt von wenigem ab.
Bedeutung
Jean-Jacques Rousseau formuliert in diesem Zitat einen Grundgedanken seiner politischen Philosophie: Freiheit entsteht nicht durch Macht und Stärke, sondern durch innere Genügsamkeit. Wer wenig begehrt, ist von wenig abhängig – und damit in einem sehr realen Sinne frei. Das ist eine direkte Absage an den Konsumismus und die Statusorientierung, die Rousseau in der Gesellschaft seiner Zeit beobachtete. Die Mäßigung des Herzens ist für ihn politisch: Sie untergräbt die Macht jener, die andere durch das Wecken von Begehren kontrollieren.
Verwendung
Passend für politische oder philosophische Texte über Freiheit, Unabhängigkeit und Konsumkritik sowie als Rousseau-Zitat in kulturhistorischen Beiträgen. Auch geeignet als Wort in Reden über Bescheidenheit, Selbstgenügsamkeit und den Zusammenhang von Wünschen und Freiheit. Für volkskundliche Sammlungen, politische Bildungsmaterialien oder Texte über Konsumkritik bietet dieses Rousseau-Zitat einen zeitgemäßen Beitrag über den Zusammenhang von innerer Freiheit und Genügsamkeit.
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Über Jean-Jacques Rousseau
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Französisch · 1712 - 1778
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) war Genfer Philosoph und Schriftsteller, der mit dem Konzept des „Gemeinwillens" die Französische Revolution maßgeblich vorbereitete.
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Rousseau widersprach dem Fortschrittsglauben seiner Zeit und sah zivilisatorischen Wandel als Ursache sozialer Ungleichheit. Neben der Philosophie wirkte er als Pädagoge, Naturforscher und Komponist. Seine posthum erschienene Autobiografie „Die Bekenntnisse" (1782–1790) fiel durch schonungslose Selbstkritik auf und wird bis heute gelesen.
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