
Die Glücklichen bedauern die Kürze der Tage, die Traurigen ermüden vom Schleichen der Jahre. Wer aber frei ist von Freude und Leid, für den gilt nicht "kurze" noch "lange" Zeit.
Bedeutung
Die fernöstliche Weisheit betrachtet Zeit aus drei seelischen Zuständen. Glückliche Menschen empfinden Tage als zu kurz, weil Freude vergehen könnte; Traurige erleben Jahre als schleppend, weil Leid jede Dauer verlängert. Wer aber frei von Freude und Leid ist, steht nicht mehr unter diesem inneren Maßstab. Kurze und lange Zeit verlieren ihre Macht. Der Spruch zielt auf Gelassenheit und innere Unabhängigkeit, nicht auf Gefühllosigkeit. Zeit wird relativ zu dem, woran das Herz hängt.
Verwendung
Der Spruch passt zu Meditation, Achtsamkeit, Jahreswechsel, Lebensrückblicken oder Texten über innere Ruhe. Er eignet sich, wenn nicht der Kalender, sondern das Erleben von Zeit im Mittelpunkt steht. Bei akuter Trauer sollte er behutsam eingesetzt werden, damit Gelassenheit nicht wie Abwertung von Schmerz klingt.
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