
Täten nur Versprechen wohl, hätt' ich eine Scheune voll.
Bedeutung
Freidank macht aus leeren Versprechen ein anschauliches Besitzbild. Wenn bloße Zusagen schon nützten, hätte der Sprecher eine ganze Scheune voll davon. Die Pointe liegt im Unterschied zwischen Worten und tatsächlicher Hilfe: Versprechen können sich anhäufen wie Vorräte, bleiben aber wertlos, wenn nichts geschieht. Der Spruch ist trocken und lebensnah. Er kritisiert Menschen, die gern Unterstützung ankündigen, aber nicht zuverlässig handeln. Zuverlässigkeit zählt hier mehr als freundliche Beteuerung.
Verwendung
Der Reim passt zu Texten über Verlässlichkeit, Enttäuschung, Alltagshilfe, Politikversprechen oder berufliche Abmachungen. Er kann humorvoll in einer Kolumne, als Kommentar nach gebrochenen Zusagen oder in einer Rede über Verantwortung eingesetzt werden, solange der Ton eher trocken als verletzend gemeint ist.
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Über Bernhard Freidank
Über den Autor
Dichter · Deutsch · 1190 - 1233
Freidank (um 1190–1233) war ein fahrender Kleriker ohne höhere Weihen aus Schwaben oder dem Elsass, der 1228/29 am Kreuzzug Friedrichs II. teilnahm.
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Freidank, auch Vrîdanc oder Vrîgedanc genannt, starb vermutlich 1233 im bayerischen Kaisheim, wo die Kaisheimer Annalen sein Todesjahr überliefern. 1465 berichtete der Humanist Hartmann Schedel, in Treviso ein Grabmal mit Grabschrift eines „Freydanck" gesehen zu haben.
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