
Den Weibern und dem Spiel zuliebe wurde mancher Mann zum Diebe.
Bedeutung
Freidanks Reim verbindet Frauen und Spiel mit männlichem Fehlverhalten und erklärt Diebstahl aus verführerischen Einflüssen. Das ist historisch als moralisierender Warnspruch lesbar, wirkt heute aber deutlich schief: Verantwortung wird vom handelnden Mann weg auf Frauen und Leidenschaft verschoben. Die altertümliche Wortwahl verstärkt den abwertenden Klang. Sinnvoll lässt sich der Spruch deshalb nur kritisch einordnen, etwa als Beispiel für alte Moralverse, die Begehren, Glücksspiel und Geschlechterbilder in einem einfachen Schuldschema zusammenziehen.
Verwendung
Der Spruch passt heute nur in historische, literarische oder kritisch kommentierte Zusammenhänge, etwa bei mittelalterlicher Spruchdichtung, alten Moralvorstellungen oder überholten Geschlechterbildern. Für Glückwünsche, Humorlisten oder automatische Empfehlungen ist er ungeeignet, weil er Frauen pauschal mit männlicher Verfehlung verknüpft und Verantwortung verzerrt verteilt. Hinweis: Die Aussage ist sexistisch und nicht mehr zeitgemäß. Sie sollte nur mit klarer historischer oder kritischer Einordnung verwendet werden.
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Über Bernhard Freidank
Über den Autor
Dichter · Deutsch · 1190 - 1233
Freidank (um 1190–1233) war ein fahrender Kleriker ohne höhere Weihen aus Schwaben oder dem Elsass, der 1228/29 am Kreuzzug Friedrichs II. teilnahm.
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Freidank, auch Vrîdanc oder Vrîgedanc genannt, starb vermutlich 1233 im bayerischen Kaisheim, wo die Kaisheimer Annalen sein Todesjahr überliefern. 1465 berichtete der Humanist Hartmann Schedel, in Treviso ein Grabmal mit Grabschrift eines „Freydanck" gesehen zu haben.

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