
Der Appetit kommt beim Essen; der Durst schwindet beim Trinken.
Bedeutung
Rabelais formuliert einen feinen und paradoxen Gegensatz über menschliches Begehren und Befriedigung: Beim Essen wächst der Hunger – der Appetit steigert sich, je mehr man genießt und isst. Beim Trinken hingegen schwindet der Durst mit jedem Schluck zunehmend. Eine kluge Beobachtung über den grundlegenden Unterschied zwischen Verlangen und Befriedigung: Manche Begierden verstärken sich durch Erfüllung, andere löschen sich selbst aus in seiner praktischen Konsequenz.
Verwendung
Geeignet für Texte über Genuss, die Psychologie des Essens oder als literarisches Apercu zu einem kulinarischen Tischgespräch. Passt in kulinarische Kolumnen, Kochbucheinleitungen, Weinliteratur oder Texte über Gaumenfreuden und Genusskultur in ihrer ganzen Bandbreite. Ton: pointiert, geistvoll, feinsinnig und anregend.
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Über Francois Rabelais
Über den Autor
Französisch · 1494 - 1553
François Rabelais (1494–1553) schrieb mit dem Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel" das herausragendste Prosawerk der französischen Renaissance.
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Rabelais vereinte in seiner Person mehrere Lebensrollen: Er war römisch-katholischer Ordensbruder und Weltpriester, praktizierender Arzt und Dozent der Medizin. Dieser breite Erfahrungshorizont aus Theologie, Wissenschaft und Humanismus floss in seinen satirischen Romanzyklus ein, der mit seiner derb-komischen Sprache und philosophischen Tiefe die europäische Literatur nachhaltig beeinflusste.
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