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Tadelt man, dass wir uns lieben

Spruchbild: Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft …

Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten, kein Missbilligen, kein Schelten, macht die Liebe tadelhaft.

Bedeutung

Goethe verteidigt Liebe gegen äußeren Tadel. Wenn andere eine Beziehung missbilligen, soll das Liebende nicht betrüben, weil Schelten und Missbilligen die Liebe selbst nicht tadelhaft machen. Der Spruch unterscheidet zwischen fremdem Urteil und innerer Wahrhaftigkeit. Seine Kraft liegt in der Standhaftigkeit gegenüber sozialem Druck. Zugleich sollte er nicht als Freibrief für jede Beziehung gelesen werden; gemeint ist Liebe, die durch bloße Missgunst oder Konvention kritisiert wird, nicht durch berechtigte Sorge.

Verwendung

Das Zitat passt zu Liebesbriefen, Hochzeitsreden, Texten über gesellschaftliche Vorurteile oder Beziehungen gegen Widerstand. Es eignet sich, wenn ein Paar wegen Herkunft, Alter, Lebensform oder Konvention kritisiert wird. Bei tatsächlich verletzenden Beziehungen sollte es nicht benutzt werden, um Warnzeichen zu übergehen.

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Über Johann Wolfgang von Goethe

Über den Autor

Dichter und Dramatiker · Deutsch · 1749 - 1832

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) schuf mit „Die Leiden des jungen Werthers" und „Faust" zwei Werke, die die europäische Literatur dauerhaft formten.

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Goethe stammte aus einer wohlhabenden Frankfurter Familie und studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft, bevor er sich der Dichtkunst zuwandte. Ab 1775 lebte er am Hof in Weimar, wo er als Minister und Freund von Herzog Carl August politische Ämter bekleidete und 25 Jahre lang das Weimarer Hoftheater leitete. Neben der Literatur widmete er sich intensiv der Naturforschung.

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