
Mit Neid bedecken viele ihre Blöße
Bedeutung
Schaukal deutet Neid als Verkleidung eigener Unsicherheit. Wer andere herabsetzt, lenkt damit oft von der eigenen Blöße ab, also von Mangel, Verletzlichkeit oder innerer Schwäche. Der Satz erklärt Neid nicht als bloßes Interesse am Besitz anderer, sondern als Schutzreaktion eines verletzten Selbstbildes. Dadurch wird er psychologisch scharf: Missgunst verrät mehr über den Neidischen als über den Beneideten. Die knappe Form macht die Entlarvung besonders hart. So wird Neid als Entblößung des eigenen Mangels lesbar.
Verwendung
Geeignet für Texte über Charakter, Konkurrenz, Arbeitsklima, Freundschaften oder Selbstwert. Der Ton ist kritisch und pointiert. Der Spruch passt, wenn Neid nicht beschönigt, sondern als Zeichen innerer Unsicherheit benannt werden soll. Auch in kurzen Einleitungen oder redaktionellen Begleittexten lässt er sich gut einordnen. Der Zusatz bleibt knapp und verständlich.
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Über Richard von Schaukal
Über den Autor
Dichter · Österreichisch · 1874 - 1942
Richard von Schaukal (1874–1942) schrieb elegante, dekadente Prosa und Lyrik im Wien der Jahrhundertwende.
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Der österreichische Beamte und Autor kultivierte ein aristokratisches Stilideal, das sich bewusst gegen Massengesellschaft und Moderne sperrte. Schaukal bewunderte französische Vorbilder und pflegte literarische Distanz und Formbewusstsein. Seine Texte stehen zwischen Symbolismus, Ästhetizismus und konservativer Kulturkritik.

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