
Freunde sind sich nahe, auch wenn sie getrennt sind; sie sind hilfsbereit, auch wenn sie krank sind; ja - was unmöglich zu sein scheint - sie leben auch, wenn sie schon gestorben sind.
Bedeutung
Marcus Tullius Cicero richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen hilfe und krankheit. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Der starke Ton gehoert zur Aussage, sollte aber nicht ohne passenden Anlass neben leichten Spruechen stehen.
Verwendung
Er kann in Essays, Kommentaren oder thematischen Seiten zu Freundschaft stehen, wenn der schwere oder zugespitzte Ton bewusst gewollt ist. Fuer automatische Empfehlungen eignet er sich weniger, weil Tod, Religion, Spott oder kulturelle Sensibilitaet ohne Kontext schnell schroff wirken. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Marcus Tullius Cicero
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Römisch · 106 - 43 v. Chr.
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) war der berühmteste Redner Roms, der 63 v. Chr. als Konsul die Verschwörung des Catilina niederschlug und dafür den Titel „Vater des Vaterlandes" erhielt.
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Als Schriftsteller galt Cicero schon in der Antike als stilistisches Vorbild „goldener" Latinität und begründete damit den Ciceronianismus. Philosophisch machte er sich vor allem als Vermittler griechischen Gedankenguts für die lateinischsprachige Welt verdient. Sein umfangreicher Briefwechsel, besonders die Briefe an Atticus, prägte nachhaltig die europäische Briefkultur.
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