
Das Regieren in einer Demokratie wäre wesentlich einfacher, wenn man nicht immer wieder Wahlen gewinnen müsste.
Bedeutung
Clemenceau macht mit trockenem Humor sichtbar, dass Demokratie Regieren erschwert, weil Macht regelmäßig neu legitimiert werden muss. Der Satz klingt wie eine Klage des Praktikers, meint aber zugleich den Kern demokratischer Kontrolle. Wahlen stören bequeme Machtausübung, schützen aber vor selbstzufriedener Herrschaft. Die Pointe liegt im Spannungsverhältnis zwischen effizientem Regieren und Zustimmung der Bürger. Politik erscheint hier als Pflicht unter Beobachtung, nicht als ungestörtes Verwalten eigener Entscheidungen. Dadurch bleibt die Aussage pointiert, verständlich und eng an ihrem jeweiligen Bild.
Verwendung
Passend für politische Kommentare, Wahlabende, Demokratie-Unterricht, Kabaretttexte oder Redeeinstiege zu Regierungsarbeit. Der Ton ist ironisch, erfahren und leicht selbstkritisch. Er eignet sich besonders, wenn demokratische Mühsal nicht beklagt, sondern pointiert erklärt werden soll. Auch in kurzen Begleittexten, moderierten Sammlungen oder Einleitungen lässt er sich redaktionell gut einordnen.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 5.00 von 5 (2 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.97 von 5
Über Georges Clemenceau
Über den Autor
Politiker · Französisch · 1841 - 1929
Georges Clemenceau (1841–1929) führte Frankreich im Ersten Weltkrieg und wurde als „Tiger“ der Dritten Republik gefürchtet.
Mehr erfahren
Der Arzt, Journalist und Politiker bekämpfte Monarchisten, Gegner Dreyfus’ und zögerliche Regierungen mit scharfer Pressearbeit. Als Regierungschef ab 1917 setzte er auf Durchhalten bis zum Sieg. Bei den Friedensverhandlungen von Versailles verlangte er harte Sicherungen gegen Deutschland.

Ähnliche Sprüche
Wenn ein Politiker stirbt, kommen viele zur Beerdigung nur deshalb, um sicher zu sein, dass man ihn wirklich begräbt …
— Georges Clemenceau
Eine Regierung soll ihre Sünden gleich am Anfang begehen, dann bleibt genug Zeit für Reue.
— Georges Clemenceau
Mir tut jeder leid, der nicht mit zwanzig Anarchist war.
— Georges Clemenceau
Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die We …
— Buddha
Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.
— Konfuzius
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Georges Clemenceau →