
Jugend will, dass man ihr befiehlt, damit sie die Möglichkeit hat, nicht zu gehorchen
Bedeutung
Sartre beschreibt eine Dialektik der Jugend: Befehle sind nicht nur Einschränkung – sie sind auch Gelegenheit. Der Befehl definiert die Grenze, die man überschreiten will. Wer nicht aufgefordert wird zu gehorchen, kann auch nicht trotzen – und Trotzen ist das eigentliche Entwicklungsprogramm der Jugend. Regeln sind die notwendige Bühne für das Aufbegehren. Der Satz berührt Familie, Jugend oder Erziehung, ohne sie nur sentimental zu behandeln. Er fragt nach Verantwortung, Achtung oder Bindung und eignet sich deshalb besonders für Situationen, in denen Nähe auch Haltung verlangt.
Verwendung
Geeignet ist das Zitat nur für historische oder ironisch eingeordnete Texte über Jugendbilder und Generationenkonflikte. Für moderne Erziehungs- oder Jugendseiten ist es eingeschränkt passend, weil Jugendliche pauschal als widerspenstig beschrieben werden. Heute braucht der Spruch Einordnung, weil sein Jugendbild altmodisch und verallgemeinernd klingt. Ein kurzer persönlicher Zusatz sollte den Anlass nennen, damit der Spruch nicht austauschbar wirkt.
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Über Jean-Paul Sartre
Über den Autor
Philosoph · Französisch · 1905 - 1980
Jean-Paul Sartre (1905–1980) war der führende Kopf des Existentialismus, der 1964 den Nobelpreis für Literatur ablehnte und mit „Das Sein und das Nichts" die Philosophie der Freiheit prägte.
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Sartre studierte an der École normale supérieure und lehrte zunächst als Gymnasiallehrer für Philosophie. Mit seinem Roman „Der Ekel" und zahlreichen Theaterstücken verband er Literatur und Philosophie zu einem einzigartigen Gesamtwerk. Jahrzehntelang führte er eine offene Lebenspartnerschaft mit der Philosophin Simone de Beauvoir, die selbst zur Ikone des Feminismus wurde.

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