
Wir vergeben oft denjenigen, die uns langweilen, aber niemals jenen, die wir langweilen.
Bedeutung
Rochefoucauld beschreibt eine psychologische Asymmetrie mit spitzer Präzision: Wer gelangweilt wird, empfindet es als äußere Zumutung, die er dem anderen mit Nachsicht vergeben kann. Wen man selbst langweilt, verletzt das Ego tiefer: Man war nicht gut genug, nicht interessant genug. Das kränkt das Selbstbild. Deshalb vergibt man das erste leicht, das zweite kaum. Das ist eine Beobachtung über menschliche Eitelkeit, die niemanden ausschließt und die sich jeder ehrlich eingestehen kann, wenn er genauer hinsieht. Rochefoucauld hat dafür nur einen Satz gebraucht.
Verwendung
Passend als Gesprächsanlass über Eitelkeit, Vergebung und Selbstbild. Gut geeignet für Gesellschaftsabende, literarische Diskussionen oder kurze Reflexionstexte über menschliche Eigenheiten. Auch treffend als Zitat in psychologischen Texten über Vergebung, narzisstische Verletzbarkeit und den Umgang mit verletztem Stolz und Eitelkeit.
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Über François de la Rochefoucauld
Über den Autor
Schriftsteller · Französisch · 1613 - 1680
François de la Rochefoucauld (1613–1680) war ein französischer Adeliger und Militär, der mit seinen Aphorismen als einer der Hauptvertreter der französischen Moralisten gilt.
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François de la Rochefoucauld steht für ein Werk, das weit über die eigene Epoche hinaus rezipiert wird. Mit seinen aphoristischen Texten gilt er als Vertreter der französischen Moralisten. François de la Rochefoucauld wird häufig als französischer Schriftsteller eingeordnet. François de la Rochefoucauld war als französischer schriftsteller prägend für die kulturelle Debatte der eigenen Zeit. Das Werk von François de la Rochefoucauld wirkt bis heute in Literatur, Bildung und öffentlichen Debatten nach.

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