
Sieh, das ist Lebenskunst, vom schieren Wahn des Lebens sich befreien, fein hinzulächeln übers große Muss.
Bedeutung
Christian Morgenstern, der Dichter und Aphoristiker, formuliert in diesem Vers eine Überzeugung über die Kunst des Lebens: Sie besteht darin, sich vom Wahn des Lebens zu befreien – von den falschen Wichtigkeiten, Illusionen und Aufregungen – und mit Lächeln über das Ganze hinwegzusehen. Das ist eine stoisch-humoristische Lebenshaltung: Wer Distanz zum eigenen Drama gewinnt und das Komische im Ernsten sieht, lebt besser. Morgenstern beschreibt damit eine Lebensklugheit, die Leichtigkeit und Tiefe verbindet.
Verwendung
Passend als Morgenstern-Zitat in Texten über Lebenskunst, Humor und die Befreiung vom eigenen Ernst sowie für Beiträge über Philosophie, Gelassenheit und die Überzeugung, dass ein lächelnder Blick auf das Leben das Beste ist, was man tun kann. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über die Kunst, das Leben nicht zu ernst zu nehmen.
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Über Christian Morgenstern
Über den Autor
Schriftsteller · Deutsch · 1871 - 1914
Christian Morgenstern (1871–1914) schuf mit den „Galgenliedern" absurd-komische Gedichte, die Sprache und Logik auf einzigartige Weise spielerisch unterliefen.
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Neben seiner komischen Lyrik verfasste Morgenstern auch ernste, von Rudolf Steiners Anthroposophie beeinflusste Dichtung. Er arbeitete zudem als Übersetzer, u. a. von Ibsen und Strindberg. Morgenstern starb bereits mit 42 Jahren in Untermais, Tirol, an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung, die ihn sein ganzes Erwachsenenleben begleitete.

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