
Mancher betrachtet Gemälde am liebsten mit verschlossenen Augen, damit die Phantasie nicht gestört werde.
Bedeutung
Friedrich von Schlegel, Mitbegründer der deutschen Frühromantik, beschreibt mit feiner Ironie eine extreme Form der Kunsterfahrung: Wer Gemälde lieber mit geschlossenen Augen betrachtet, schützt seine innere Bildvorstellung vor der störenden Wirklichkeit des Kunstwerks. Der Satz ist einerseits ein Witz über übersteigerte Ästhetik, andererseits eine ernsthafte Überlegung über das Verhältnis von Einbildungskraft, Erwartung und Wahrnehmung – ein Kernthema der Romantik mit klarem Erfahrungsbezug für heutige Leserinnen und Leser.
Verwendung
Gut für kunstkritische Texte, Essays über Ästhetik, Imagination und das Verhältnis von Erwartung und Wirklichkeit. Passt als Einleitungszitat in Ausstellungsführer oder Kunstmagazine. Auch in akademischen Texten über Romantik, Rezeptionstheorie und subjektives Erleben gut einzusetzen für ruhige Übergänge in passenden redaktionellen Kontexten.
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Über Friedrich von Schlegel
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1772 - 1829
Friedrich von Schlegel (1772–1829) war Kulturphilosoph der Jenaer Frühromantik, der die Konzepte der romantischen Ironie und der „progressiven Universalpoesie" prägte.
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Als Pionier der Sprachtypologie und Indologe lenkte er mit seiner Monographie „Über die Sprache und Weisheit der Indier" die europäische Aufmerksamkeit auf Indien – ohne das Land je besucht zu haben. Seine aphoristischen Schriften inspirierten u. a. den Historiker Leopold von Ranke, und sein essayistisches Werk wurde von Marcel Reich-Ranicki in seinen Literaturkanon aufgenommen.
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