
Ein Bettler hasst den anderen nicht so sehr wie ein Arzt den anderen.
Bedeutung
Das Sprichwort vergleicht Neid unter Bedürftigen mit Konkurrenz unter Fachleuten und spitzt dabei stark zu. Es behauptet, dass beruflicher Wettbewerb manchmal erbitterter sein kann als Rivalität zwischen Menschen in Armut. Der Arzt steht hier weniger für Medizin als für Stand, Ansehen und Konkurrenz um Vertrauen. Der Satz zeigt, wie Hass aus Nähe entsteht: Wer dasselbe braucht oder anbietet, vergleicht sich besonders scharf. Gerade diese Überzeichnung macht den Spruch scharf, verlangt aber eine vorsichtige Distanz zur Pauschalisierung.
Verwendung
Passt zu Themen wie Konkurrenz, Neid, Berufsstand und Rivalität. Der Spruch eignet sich für historische oder sprichwörtliche Sammlungen, wenn seine Zuspitzung eingeordnet wird. In heutigen medizinischen Kontexten besser vorsichtig verwenden, da er einen ganzen Berufsstand pauschalisiert. Besonders passend ist er als Kommentar zu Konkurrenz unter Gleichen, nicht als tatsächliches Urteil über Ärzte.
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