
Wenn man seine Gesundheit durch ein zügelloses Leben verdorben hat, will man sie durch Arzneimittel wiederherstellen.
Bedeutung
Jean-Jacques Rousseau, der Genfer Philosophen, formuliert in diesem Satz eine bittere Beobachtung über den menschlichen Umgang mit Gesundheit: Wer sein Leben zügellos gelebt hat, versucht hinterher mit Medizin zu reparieren, was er selbst zerstört hat. Das ist eine Kritik an der Strategie des Auslebens und Kurierens: Zuerst rücksichtslos mit sich umgehen, dann Hilfe von außen erwarten. Rousseau, der selbst ein ambivalentes Verhältnis zu Körper und Natur hatte, beschreibt damit eine verbreitete menschliche Kurzsichtigkeit: Man vertraut darauf, dass Schäden reparierbar sind, statt sie zu verhüten.
Verwendung
Passend als Rousseau-Zitat in Texten über Gesundheit, Selbstverantwortung und den weisen Umgang mit dem eigenen Körper sowie für Beiträge über Lebensführung, Prävention und die Grenzen der Medizin. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über vorausschauende Selbstfürsorge statt nachträglicher Schadensreparatur.
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Über Jean-Jacques Rousseau
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Französisch · 1712 - 1778
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) war Genfer Philosoph und Schriftsteller, der mit dem Konzept des „Gemeinwillens" die Französische Revolution maßgeblich vorbereitete.
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Rousseau widersprach dem Fortschrittsglauben seiner Zeit und sah zivilisatorischen Wandel als Ursache sozialer Ungleichheit. Neben der Philosophie wirkte er als Pädagoge, Naturforscher und Komponist. Seine posthum erschienene Autobiografie „Die Bekenntnisse" (1782–1790) fiel durch schonungslose Selbstkritik auf und wird bis heute gelesen.

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