
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte
Bedeutung
Brecht benennt mit trockenem Sarkasmus eine gesellschaftliche Paradoxie: Die Sehnsucht nach Natur entsteht nicht aus echter Naturverbundenheit, sondern aus dem Unbehagen an der Stadt. Wer Städte attraktiv und lebenswert gestaltet, braucht keine romantische Naturschwärmerei als Kompensation. Der Satz ist zugleich Städtekritik und eine Demontage romantischer Naturbegeisterung – und er ist aktueller denn je in Debatten über Lebensqualität, Verdichtung und den Ruf nach mehr Grünflächen in urbanen Räumen.
Verwendung
Passt in stadtplanerische und architektonische Kontexte, Debatten über Urbanisierung und Lebensqualität oder als pointiertes Zitat in Essays über Naturromantik und Stadtflucht. Auch geeignet für Ausstellungen oder Stadtforum-Präsentationen, wenn man kritische Denkanstöße über das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Stadt setzen möchte.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.50 von 5 (4 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.97 von 5
Über Bertolt Brecht
Über den Autor
Dramatiker · Deutsch · 1898 - 1956
Bertolt Brecht (1898–1956) war ein deutscher Dramatiker, der mit Stücken wie der Dreigroschenoper und Mutter Courage das epische Theater begründete.
Mehr erfahren
Brecht erneuerte mit seinem ersten Gedichtband Hauspostille die Balladendichtung durch Bänkelsang und Couplet. Im Exil entstand sein Gedichtband Svendborger Gedichte, in dem er das Kinderlied für das Volkslied erschloss. Neben Drama und Lyrik erlangte er mit Kurzprosa wie den Geschichten vom Herrn Keuner und Der Augsburger Kreidekreis breite Anerkennung.

Ähnliche Sprüche
Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war
— Bertolt Brecht
Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt …
— Bertolt Brecht
Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare …
— Bertolt Brecht
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Hast du einen Menschen gern, musst du ihn verstehen und nicht hier und da und dort nur nach seinen Fehlern sehen. Scha …
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Bertolt Brecht →