
Auf das Schöne, das keine Freude bringt, verzichte ich gern und verachte auch seine törichten Anbeter.
Bedeutung
Epikur misst Schönheit an der Freude, die sie schenkt. Was schön genannt wird, aber innerlich leer bleibt oder keine Freude bringt, verdient für ihn keine Verehrung. Die scharfe Wendung gegen die törichten Anbeter richtet sich gegen ästhetischen Kult ohne Lebenswert. Schönheit ist hier kein Selbstzweck, sondern steht unter dem Maß des guten, erfreulichen Lebens. Der Satz klingt streng, aber konsequent epikureisch und lebensnah gedacht.
Verwendung
Geeignet für Essays über Kunst, Genuss, Lebensfreude, Ästhetik oder Konsumkritik. Der Spruch passt, wenn äußere Schönheit von echter Freude unterschieden werden soll. Wegen des harten Wortes vom Verachten eignet er sich besser für reflektierende Texte als für freundliche Widmungen.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.50 von 5 (2 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.89 von 5
Über Epikur
Über den Autor
Philosoph · 341 - 270 v. Chr.
Epikur (341–270 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph, der den Epikureismus begründete und mit seiner hedonistischen Lustlehre seit der Antike Anhänger wie Gegner polarisiert.
Mehr erfahren
Seine Schule entstand im Hellenismus parallel zur Stoa und trägt den Beinamen „Kepos" – griechisch für Garten –, weil Epikur und seine Anhänger sich regelmäßig in einem Garten versammelten. Der epikureische Lustbegriff wird bis heute häufig missverstanden und fehlgedeutet, obwohl er auf innere Seelenruhe statt auf sinnlichen Genuss abzielt.

Ähnliche Sprüche
Von allen Dingen, die das Glück des Lebens ausmachen, schenkt die Freundschaft uns den größten Reichtum.
— Epikur
Die Menschen werden nicht durch die Dinge, die passieren, beunruhigt, sondern durch die Gedanken darüber
— Epikur
Der Tod geht mich eigentlich nichts an, denn wenn er ist, bin ich nicht mehr, und so lange ich bin, ist er nicht.
— Epikur
Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muß, um zu beweisen, dass er tüchtig …
— George Bernard Shaw
Alkohol und Nikotin, rafft die halbe Menschheit hin. Doch ohne Schnaps und Rauch, stirbt die andere Hälfte auch.
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Epikur →