
Wir sind sterblich, wo wir lieblos sind; unsterblich, wo wir lieben.
Bedeutung
Karl Jaspers, der Existenzphilosoph und Psychiater, formuliert in diesem Zitat eine metaphysische Aussage über Liebe und Vergänglichkeit: Wo wir lieblos sind, sind wir sterblich – wir existieren nur auf der Ebene des Vergänglichen. Wo wir lieben, berühren wir das Unvergängliche und werden in diesem Augenblick selbst unsterblich. Das ist eine Überzeugung über die ontologische Dimension der Liebe: Sie hebt den Menschen aus dem bloßen Dahin-Leben heraus und gibt ihm eine Würde, die über den Tod hinausweist. Jaspers, der die menschliche Existenz in ihrer Tiefe erkundete, beschreibt Liebe als Grundbedingung echter Menschlichkeit.
Verwendung
Passend als Jaspers-Zitat in Texten über Liebe, Unsterblichkeit und die existenzphilosophische Bedeutung menschlicher Bindung sowie für Beiträge über Existenzphilosophie, Transzendenz und die ontologische Würde der Liebe. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über Liebe als das, was den Menschen über seine Sterblichkeit hinaushebt.
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Über Karl Theodor Jaspers
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1883 - 1969
Karl Theodor Jaspers (1883–1969) prägte mit seiner „Allgemeinen Psychopathologie" (1913) die moderne Psychiatrie und begründete eine Existenzphilosophie, die er strikt vom Sartre'schen Existentialismus abgrenzte.
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Jaspers lehrte zuletzt an der Universität Basel und nahm kurz vor seinem Tod die Schweizer Staatsbürgerschaft an. Sein philosophisches Werk strahlt bis heute in die Religions- und Geschichtsphilosophie sowie die interkulturelle Philosophie aus. Mit politischen Schriften – etwa zur Atombombe und zur deutschen Wiedervereinigung – erreichte er ein breites Publikum weit über akademische Kreise hinaus.

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